same shit. different town. http://copyandpaste.blogsport.de Wed, 25 Jan 2012 11:59:37 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Rückblick auf den 21. Januar 2012 http://copyandpaste.blogsport.de/2012/01/23/rueckblick-auf-den-21-januar-2012/ http://copyandpaste.blogsport.de/2012/01/23/rueckblick-auf-den-21-januar-2012/#comments Mon, 23 Jan 2012 14:55:04 +0000 Administrator Allgemein http://copyandpaste.blogsport.de/2012/01/23/rueckblick-auf-den-21-januar-2012/

Im Rahmen eines breiten Bündnisses demonstrierte die Kampagne „Copy & Paste“ am zurückliegenden Samstag, mit rund 650 Personen und trotz schlechten Wetters, gegen Nazistrukturen in Bückeburg und Umgebung.

Die Kampagne „Copy & Paste“, bestehend aus dem Antifa Infoportal Weser / Deister / Leine, der Vamos! Linksjugend Stadthagen, der LINKEN Bad Nenndorf / Rodenberg sowie der Linksjugend [’solid] Niedersachsen, hatte im Vorfeld der Demonstration zu einem offenen Vorbereitungskreis geladen. In diesem wirkten erfreulich viele Organisationen mit.

Unter dem Motto „Same Shit. Different Year – Kein Rückzugsraum für Nazis!“ setzten viele Demonstrant_innen aus einem bunten Spektrum zivilgesellschaftlicher Organisationen, Parteien und Gewerkschaften, ein deutliches Zeichen gegen die anhaltende rechte Gewalt in der Stadt.

Die Route führte planmäßig durch die Innenstadt.
Auf dem Marktplatz nutzten einige Demoteilnehmer_innen die Musik zwischen den Reden als Anlass zum Tanzen zwischen den bunten Transparente und dem Lautsprecherwagen.
Anschließend ging es mit einem kleinen Schlenker durch die Hermann-Löns-Straße über den Unterwallweg zurück zum Bahnhof, an dem die Versammlung nach einer Abschlusskundgebung beendet wurde.
Im Großen und Ganzen verlief die Demo störungsfrei. Während und nach der Demo wurden jedoch immer wieder Nazis in deren Umfeld gesichtet. Zwei Mitglieder der lokalen Szene erhielten Platzverweise am Markplatz, nachdem sie von der Polizei durchsucht und dabei ein Messer, zwei Hämmer sowie Pfefferspray gefunden wurde.

Kampagnensprecher Felix Imfeld: „Angesichts der großen Teilnehmer_innenzahl, sind wir erfreut, welche Früchte unsere Bündnisarbeit getragen hat. Sowohl Vertreter_innen der Linkspartei sowie den Grünen, des „Bündnisses für Familie“ und Bürgermeister Brombach äußerten sich während des Aufzuges gegen die unhaltbaren Zustände in Bückeburg.
Besonders begeistert hat uns die Unterstützung aus anderen Städten. Herzlich bedanken wollen wir uns daher insbesondere bei „Bad Nenndorf ist bunt“ und einer Gruppe Antifaschist_innen aus Bremen. Ebenso gilt unser Dank allen freiwilligen Spender_innen, mit deren Hilfe wir die noch nicht gestopften Finanzierungslöcher in der Demoorganisation füllen konnten. Ihr seid spitze!“

In etlichen Redebeiträgen, sowohl von lokalen und regionalen Antifagruppen, als auch von den bereits genannten Zusammenschlüssen, wurde deutlich, dass durch vorherige Aktionen der hiesigen Neonazis inzwischen zwar im Fokus der Öffentlichkeit stehen, sie ihre Gewalttaten bisher jedoch nicht gestoppt werden konnten.
Gleichzeitig zeigte die Demonstration den Willen, nicht länger weg zu schauen. Dies wurde in den verschiedenen Redebeiträgen deutlich.

So wurde in einigen Redebeiträge deutlich, welcher Unmut, besonders unter den Betroffenen der Gewalt, gegenüber dem zurückliegenden Verhalten der Polizei und auch der Offiziellen der Stadt Bückeburg herrscht. Sowohl die „Antifa Bückeburg“ als auch der neugegründete Zusammenschluss „Scenario Antifascista“ betonte, dass sie sich von der Polizei oftmals im Stich gelassen fühlten, da diese, akuter Notrufe zum Trotz, ihre Möglichkeiten zum Dingfestmachen rechter Täter_innen nicht genutzt habe.
Auch sei es ihnen unverständlich wie Nazigegner_innen, die Opfer rechter Gewalt geworden sind, zum Teil als mitverantwortlich für die an ihnen begangenen Verbrechen dargestellt werden könnten. Dies sei demoralisierend und angesichts des Erlebten zusätzlich traumatisierend.

Gleichzeitig unterstrichen sie ihre Freude über die inzwischen rege Beteiligung an Antinaziprotesten in Bückeburg und riefen zur Solidarität mit Opfern und Gegner_innen der Nazis auf.

Die Kampagne „Copy & Paste“ sieht in der Demonstrationen einen gelungen Start in das neue Jahr. Den Nazis wird entsprechend unserer Ankündigung kein Rückzugsraum in Bückeburg gelassen.
Für eine solidarische und offene Zusammenarbeit breiter gesellschaftlicher Schichten wurde am vergangenen Samstag der Grundstein gelegt.

Wir freuen uns auf ein erfolgreiches Jahr 2012!

Zu guter Letzt noch ein Hinweis:
Während der Demonstration wurde am Lautsprecherwagen ein Autoschlüssel der Marke „VW“ abgegeben. Trotz mehrfacher Durchsagen, hatte sich bis zum Ende der Versammlung kein_e Besitzer_in gemeldet.
Der oder die Besitzer_in kann uns unter der Mailadresse antifa-wdl@mail.org erreichen.

Ansonsten werden wir den Schlüssel in den nächsten Tagen beim Fundbüro abgeben.

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Same Shit – Different Year http://copyandpaste.blogsport.de/2011/12/19/same-shit-different-year-auf-einen-guten-rutsch-ins-neue-jahr/ http://copyandpaste.blogsport.de/2011/12/19/same-shit-different-year-auf-einen-guten-rutsch-ins-neue-jahr/#comments Mon, 19 Dec 2011 21:18:11 +0000 Administrator Allgemein http://copyandpaste.blogsport.de/2011/12/19/same-shit-different-year-auf-einen-guten-rutsch-ins-neue-jahr/ Auf einen guten Rutsch ins neue Jahr!

    Aufruf der Kampagne „Copy & Paste“

Flyer 21.1.12


21. Januar 2012 // 14 Uhr // Bahnhofsvorplatz Bückeburg

Betrachtet man rückblickend das Jahr 2011 erscheint das Thema rechte Gewalt allgegenwärtig gewesen zu sein: Rassistische Morde in Norwegen, das Bekanntwerden der rechten Terrorzelle „NSU“, Ausschreitungen und Straftaten am Rande von unzähligen Naziaufmärschen in der gesamten Bundesrepublik. Auch in Bückeburg begann das vorherige Jahr unter bösen Vorzeichen. Haargenau ab dem Zeitpunkt der Jahreswende stieg das Ausmaß neonazistischer Aktivitäten in der Stadt mit einer bisher nicht gekannten Geschwindigkeit an.

Die Gewalttaten der expandierenden rechten Szene rund um die „Autonomen Nationalisten Bückeburg“ zogen sich daraufhin wie ein roter Faden durch das gesamte zurückliegende Jahr. Von Drohungen, über Angriffe auf offener Straße bis zu Anschlägen auf Wohnhäuser – die Bückeburger Neonazis ließen in ihrem so genannten „Kampf um die Straßen“ keine Chance ungenutzt.

Die sich hieraus ergebende, bedrohliche Situation wurde lange als bloße Gewalt unter rivalisierenden Jugendlichen verharmlost. Nicht zuletzt Dank der kontinuierlichen Thematisierung dieser Situation durch aktive Antifaschist_innen hat sich dies heute geändert und der rechten Szene wird als ernstzunehmendes gesellschaftliches Problem entgegengetreten.

In der letzten Jahreshälfte bewiesen Vorträge über rechten Lifestyle und Musik, Präventionsveranstaltungen für Jugendliche und kulturelle Veranstaltungen wie „music for tolerance“, dass sich die Bückeburger_innen aktiv gegen Neonazismus zur Wehr setzen.

Doch verschwunden sind die Neonazis noch längst nicht. Ihre Propaganda bestimmt nach wie vor das Stadtbild und auch unter Jugendlichen erhalten sie noch immer regen Zulauf. Bedrohungen gegen alternative Jugendliche sind Teil ihrer Tagesordnung und auch an den Schulen haben sie nicht aufgehört aktiv zu sein. Nicht zuletzt ihre Versuche als Klassen- und Schüler_innen_sprecher_innen Einfluss zu nehmen ist besorgniserregend.

Dass erfolgreiche antifaschistisches Arbeit ein Prozess ist, der Zeit braucht, war uns bereits zu Beginn des so unselig gestarteten letzten Jahres klar, als wir das Bündnis „Copy & Paste“ ins Leben riefen – einmal gewachsene rechte Strukturen verschwinden nicht von heute auf morgen. Dass es in den vergangenen Wochen jedoch ruhiger um die Bückeburger Neonazis geworden ist, werten allerdings als ersten Erfolg unserer Bemühungen und dem deutlichen Zeichen, das Bückeburg gegen Rechts gesetzt hat.

Mit einem deutlichen Zeichen wird Bückeburg daher auch in das neue Jahr starten. Gemeinsam werden wir den Nazis auch im neuen Jahr kein Gefühl von falscher Ruhe gönnen, sondern weiterhin kontinuierlich und öffentlich gegen rechte Strukturen in und um Bückeburg vorgehen!

Als Auftakt zu einem erfolgreichen neuen Jahr laden wir daher alle ein, sich an unserer Neujahrsdemonstration unter dem Motto „Same Shit, Different Year – Kein Rückzugsraum für Nazis!“ zu beteiligen.

Kampagne Copy & Paste – Gegen Nazistrukturen in und um Bückeburg

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Neues Layout und Medienberichte http://copyandpaste.blogsport.de/2011/12/07/neues-layout-und-medienberichte/ http://copyandpaste.blogsport.de/2011/12/07/neues-layout-und-medienberichte/#comments Wed, 07 Dec 2011 16:49:18 +0000 Administrator Allgemein http://copyandpaste.blogsport.de/2011/12/07/neues-layout-und-medienberichte/ Nach fast einem Jahr antifaschistischer Bündnisarbeit haben wir unserer Internetpräsenz ein neues Layout verliehen. Neben ästhetischen Gründen möchten wir damit den Schritt in eine neue Etappe unserer Kampagne einleiten. Die Vorbereitungen für das nächste Jahr laufen bereits auf Hochtouren! Es wird sich in den nächsten Wochen lohnen, hin und wieder mal bei uns vorbeizuschauen.

Um die Zeit zu überbrücken haben wir einen Teil der überregionalen Berichterstattungen rund um die neonazistische Bedrohung in Bückeburg und Umgebung aus den letzten Wochen verlinkt. Unter anderem besuchten Teams vom NDR und Spiegel TV die Region. Die Sendungen sind ab sofort in unserem aktualisierten Pressearchiv einzusehen. Außerdem haben wir ein bereits vor einiger Zeit von der antifaschistischen Zeitschrift „Der Rechte Rand“ mit uns geführtes Interview digitalisiert und zur Verfügung gestellt.

NDR Bericht vom 22.11.2011

Spiegel TV Bericht vom 27.11.2011

Interview mit „Der Rechte Rand“



Der neue Header – für die Links auf Euren Seiten!
neuer Header für eure Seiten

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Stellungnahme zum Rechtsterrorismus und der neonazistischen Szene im Landkreis Schaumburg http://copyandpaste.blogsport.de/2011/11/15/stellungnahme-zum-rechtsterrorismus-und-der-neonazistischen-szene-im-landkreis-schaumburg/ http://copyandpaste.blogsport.de/2011/11/15/stellungnahme-zum-rechtsterrorismus-und-der-neonazistischen-szene-im-landkreis-schaumburg/#comments Tue, 15 Nov 2011 18:55:17 +0000 Administrator Allgemein http://copyandpaste.blogsport.de/2011/11/15/stellungnahme-zum-rechtsterrorismus-und-der-neonazistischen-szene-im-landkreis-schaumburg/ Die Serie von Mordtaten und Anschlägen seitens der rechtsterroristischen Vereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) beherrscht zur Zeit bundesweit die Schlagzeilen. Trotz der Tatsache, dass tatsächlich nur zwei der Opfer im Gastronomiegewerbe tätig waren, firmieren die rassistischen Morde unter dem Namen „Döner-Morde“, eine unserer Meinung nach vollkommen unangemessene Titulierung, die die Opfer auf Grund ihrer klischeehaften Konnotation in ihrer Würde herabsetzt und die wir deshalb nicht übernehmen werden.

Obwohl Ermittlungsbehörden und Staatsschutz in der Vergangenheit wiederholt konstatierten, dass keine Terrorgefahr seitens der neonazistischen Szene ausginge, ist es nicht dass erste Mal, dass Neonazis in Deutschland den bewaffneten Kampf aufnehmen. Bereits in den Neunzigerjahren kam es zu Brandanschlägen mit zahlreichen Toten in Solingen und Mölln. Die Qualität der neuen Terrorakte, ausgehend von einer über Jahre im Untergrund agierenden Gruppe ist jedoch neu und lässt sich am ehesten noch mit dem Oktoberfestattentat 1980 vergleichen, dessen Täter aus einer der zahlreichen Wehrsportgruppen der militanten rechten Szene stammte.

Mindestens zehn Tote und zwei Dutzend zum Teil schwer Verletzte haben die Mitglieder der NSU nach aktuellem Ermittlungsstand zu verantworten.
Das volle Ausmaß der im gesamten Bundesgebiet aktiven Gruppe lässt sich dabei zum gegenwärtigen Zeitpunkt vermutlich nur erahnen. Zu viel über die Hintergründe liegt noch im Dunkeln. Mögliche Verstrickungen des Verfassungsschutzes sorgen für Rumoren in der Politik. In den Abendstunden des 14. November wurde ein ehemaliger hessischer Verfassungsschützer verhaftet und seine Wohnung durchsucht – er soll sich während einer der rassistischen Morde der NSU in Kassel am Ort des Geschehens aufgehalten haben.

Vor allem aber die Frage nach einem UnterstützerInnennetzwerk aus der neonazistischen Szene steht hierbei im Raum.
Bereits am 13. November wurde der 37jährige Holger Gerlach aus Lauenau verhaftet. Er gilt als logistischer Unterstützer der NSU, ist womöglich gar ein viertes Mitglied der Gruppe. Auch er geriet erst nach dem Ende der so genannten „Zwickauer Zelle“ ins Visier der Fahnder. Dabei stammte auch er ursprünglich aus Jena, hatte dort Kontakt zu Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe, die damals unter Beobachtung des Verfassungsschutzes standen.
Seit Anfang des neuen Jahrtausend lebte Gerlach in Hannover, 2008 zog er nach Lauenau.
Auch in seiner neuen Heimat war er in der neonazistischen Szene aktiv. So stand Gerlach, wie erst jetzt durch Medienberichten an die Öffentlichkeit gelangte, in den letzten Jahren nicht nur mit Angehörigen der rechten Szene aus dem thüringischen Jena in Kontakt, sondern hat vielmehr auch in der Region Hannover in Nazi-Strukturen gewirkt.
Offensichtlich hatte er Kontakt zu Neonaziorganisationen wie der „Kameradschaft 77“ Langenhagen und den „Freien Nationalisten Hannover“, welche dem Verfassungs- und Staatsschutz als militante neonazistische Gruppe bekannt sind. Zusammen mit Vertreter_innen dieser Gruppen nahm er in Hildesheim an einem länderübergreifenden Koordinierungstreffen verschiedener rechter Organisationen teil. 1

1999 nahm er an einem Aufmarsch gegen die Wehrmachtssausstellung in Braunschweig teil, 2003 fiel er im Zusammenhang mit dem inzwischen verbotenen Rudolf-Hess-Marsch in Wunsiedel auf.
Hess, ehemaliger Stellvertreter Adolf Hitlers, wird in der Neonaziszene als „Märtyrer“ verehrt und galt auch als Idol Uwe Mundlos‘.

Über Verbindungen Gerlachs zur Schaumburger Naziszene ist derzeit nicht viel bekannt. Allerdings ist auch die hiesige Szene seit Jahren gut organisiert und war auf Grund diverser Verbrechen selbst mehrmals Thema in bundesweiten Medien.
Besonders in den letzten 10 Jahren, dem Zeitraum also, in der auch die NSU aktiv war, ist die Schaumburger Szene besonders umtriebig gewesen.

Die Neonazis in der Region traten in den vergangenen Jahren immer wieder unter verschiedenen Namen auf und umgangen so anstehenden Verbote. Dabei hielten sie jedoch ihre persönliche Kontinuität aufrecht. Hauptsächlich agieren sie in Form der in den 90er Jahren populär gewordenen „Freien Kameradschaften“, gaben sich Namen „Kameradschaft Weserbergland“ oder „Nationale Offensive Schaumburg“. 2n den vergangenen drei Jahren schlossen sie sich mit Gesinnungsgenoss_innen aus Ostwestfalen zum länderübergreifenden Netzwerk „Westfalen Nord“ zusammen – benannt nach einem ehemaligen NSDAP-Gau. Parteiarbeit, etwa in der NPD Mitte der 2000er Jahre blieben die Ausnahme.
Mitglieder der Szene spielten jedoch ebenfalls im braunen Musiknetzwerk „Blood and Honour“, das Anfang des letzten Jahrzehnts auch im Landkreis Schaumburg Konzerte veranstaltete, eine Rolle. 3
An ihren zahlreichen Aufmärschen, die zum Teil auch im benachbarten Ostwestfalen-Lippe stattfanden, beteiligten regelmäßig mehrere hundert Neonazis. Insbesondere der jährlich stattfindende „Trauermarsch“ in Bad Nenndorf erreicht hierbei bis heute Rekordteilnehmer_innenzahlen und zählt mittlerweile zu den drei meistbesuchten Naziaufmärschen der Bundesrepublik. Er zählt als Ausweichveranstaltung für den verbotenen Rudolf-Hess-Marsch.

Zur selben Zeit, zu der die NSU mordend durch die Bundesrepublik zog, unterstützt vom mittlerweile in unserer Region ansässig gewordenen Holger Gerlach, waren auch die Schaumburger Neonazis in Bezug auf Gewaltdelikte und Anschläge gegen vermeintliche Migrant_innen und politische Gegner_innen nicht untätig. Neben alltäglichen Drohungen Gewalttaten, die zeitweise ein Ausmaß erreichte, dass die Schaumburger Gemeinde „Auetal“ ein Konzert unter dem Titel „Rock gegen Rechts“ aus Angst vor möglichen Reaktionen aus der rechten Szene verbot 4 sorgten einige „Höhepunkte“ für bundesweites Aufhorchen.
Marco Siedbürger, seit Jahren fester Bestandteil der hiesigen Kameradschaftsszene, trat 1999 zusammen mit einem „Kameraden“ in Eschede, Landkreis Celle, einen 44 jährigen Familienvater zu Tode, weil er sich über die von den beiden Tätern laut gehörte Rechtsrockmusik beschwert hatte. 5 Vor seiner Tat wurde Siedbürger in der Szene kaum ernst genommen, heute genießt er auf Grund seines Verbrechens großen Respekt, gerade bei jüngeren Neonazis.
Marcus Winter und Sandy O., sowie eine dritte Person aus Braunschweig, entführten im Jahre 2002 einen jungen Mann, da sie ihn als Mitglied der Schaumburger Antifa zu identifizieren glaubten und fügten anschließend auf einem verlassen Feldweg ihrem im Kofferraum gefesselten Opfer mit Schlagwaffen schwerste Verletzungen zu. 6 Anschließend drohten sie ihm eine Hinrichtung mit einem Messer an. Die Täter tauchten anschließend für etliche Monate unter, wurden schließlich jedoch gestellt und verbüßten Haftstrafen. Marcus Winter ist bis heute einer der führenden Köpfe der hiesigen Neonaziszene und besitzt Norddeutschland weit Bedeutung.
Gerry H., ehemaliges Mitglied der „Kameradschafts Weserbergland“ und dessen Nachfolgestruktur „Aktionsbündnis Weser-Leine“ wurde zusammen mit einem seiner politischen „Mitstreiter“ 2006 wegen diverser rassistisch motivierter Anschläge auf Imbisse verurteilt. Bei Hausdurchsuchungen fanden die Ermittlungsbehörden eine Rohrbombe, mit der H. offenbar weitere Anschläge geplant gehabt hatte. 7

Auch die jüngsten Ermittlungen gegen Mitglieder der „Autonomen Nationalisten Bückeburg“ (AN Bückeburg) wegen Verstoß gegen das Sprengstoff- sowie das Waffengesetz sind Teil der unrühmlichen Geschichte Schaumburger Neonazis.
Am achten November diesen Jahres durchsuchten Beamt_innen des Staatsschutzes die Wohnungen dreier Mitglieder der AN Bückeburg, die verantwortlich für eine Serie mitunter schwerer Körperverletzungen, Überfällen und Anschlägen auf Wohnhäuser und einen Jugendclub in Schaumburg und Barsinghausen, Region Hannover, gemacht werden. 8

Auch wenn sich derartige Aktivitäten qualitativ von terroristischen Feldzügen, wie denen der NSU unterscheiden, zeigen sie, welchen Stellenwert direkte physische Gewalt und Einschüchterung der Öffentlichkeit für die rechte Szene auch im Landkreis Schaumburg besitzen.
Der Tod von Menschen wird von neonazistischer Gewalttäter_innen nicht nur häufig billigend in Kauf genommen, vielfach bildet er die Motivation rechter Gewalt.
Die Täter_innen selbst genießen nach ihren Taten oft höheres Ansehen in der Szene, steigen mitunter in der strengen Hierarchie neonazistischer Organisationen auf, wie es auch im Beispiel Marco Siedbürgers der Fall war. Je radikaler die Gewalt, desto höher das Prestige.

Dass die Schwelle zum Terrorismus unter solchen Bedingungen früher oder später überschritten wird, überrascht uns daher traurigerweise wenig. Erschreckend ist für uns allerdings die Inkompetenz, mit der die deutschen Geheimdienste aller Offensichtlichkeit nach ausgestattet sind. Die Vermutungen, dass es gar Unterstützung seitens staatlicher Organisationen für die Mörderbande der NSU gegeben haben könnte, wiegen frappierend schwer – gerade auch im Angesicht der Tatsache, dass der Skandal um die Verstrickungen des ehemaligen Leiters des thüringischen Verfassungsschutzes, Helmut Röhwer, in die rechte Szene kein Einzelfall zu sein scheinen.
Im Landkreis Schaumburg etwa wurde ein Staatsschützer im Zuge der Polizeireform 2004/2005 aus seinem Dienst suspendiert, der er enge Kontakte der rechten Szene gepflegt hatte. 9 Seine Frau, Inhaberin eines Speditionsunternehmens, beschäftigte überdies den Kameradschaftsführer Marcus Winter weiterhin als einen ihrer Fahrer. 10

Was auch immer die Ermittlungen in Zukunft noch ans Tageslicht befördern werden: Es ist klar, dass die rechte Szene nach wie vor aktiv ist und, zeigen die Mordunternehmen der NSU, nicht zuletzt aber auch die vielen regional verankerten Nazistrukturen wie die in Schaumburg, eine akute Gefahr für Leib und Leben aller Menschen darstellen, die nicht in das Weltbild der Neonazis passen.

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    1 Vgl. HAZ, 15.11.2011
    2 Vgl. LOTTA antifaschistische Zeitung aus NRW #29
    3 Vgl. Schaumburger Zeitung, 25.01.2001
    4 Vgl. Schaumburger Zeitung, 13.03.2006
    5 Vgl. http://hiergeblieben.de/pages/textanzeige.php?limit=10&order=datum&richtung=DESC&z=15&id=16529
    6 Vgl. Schaumburger Zeitung, 21.12.2002
    7 Vgl. Schaumburger Zeitung, 15.06.2006
    8 Vgl. Schaumburger Nachrichten, 10.11.2011
    9 Vgl. Schaumburger Zeitung, 16.06.2007
    10 Vgl. TAZ – Regionalausgabe Nord, 22.06.2007

Copy & Paste – Kampagne gegen Nazistrukturen in und um Bückeburg

15. November 2011

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http://copyandpaste.blogsport.de/2011/11/15/stellungnahme-zum-rechtsterrorismus-und-der-neonazistischen-szene-im-landkreis-schaumburg/feed/
Rechte Szene expandiert http://copyandpaste.blogsport.de/2011/10/06/rechte-szene-expandiert/ http://copyandpaste.blogsport.de/2011/10/06/rechte-szene-expandiert/#comments Thu, 06 Oct 2011 19:13:10 +0000 Administrator Allgemein http://copyandpaste.blogsport.de/2011/10/06/rechte-szene-expandiert/ Aus gegebenen Anlass möchten wir Euch a‎uf einen Artikel von „Recherche Bückeburg“ hinweisen.
Der Text fasst die Geschehnisse der letzten Wochen und Monate zusammen und liefert eine gute Zusammenfassung über die Entwicklung der rechten Szene in Schaumburg im vergangenen halben Jahr.

„Banner der „Autonomen Nationalisten Bückeburg“ – Die Gruppe fällt nach wie vor durch Gewalttaten auf“

�Gehe nicht wählen, marschiere!� � Gewaltverherrlichende Selbstdarstellung der �Autonomen Nationalisten Bückeburg�

Artikel lesen auf „Recherche Bückeburg“

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http://copyandpaste.blogsport.de/2011/10/06/rechte-szene-expandiert/feed/
Es ist nicht so, dass nichts passiert …. http://copyandpaste.blogsport.de/2011/10/03/es-ist-nicht-so-dass-nichts-passiert/ http://copyandpaste.blogsport.de/2011/10/03/es-ist-nicht-so-dass-nichts-passiert/#comments Mon, 03 Oct 2011 21:30:19 +0000 Administrator Allgemein http://copyandpaste.blogsport.de/2011/10/03/es-ist-nicht-so-dass-nichts-passiert/ In Anbetracht der Tatsache, dass es derzeit wieder fast täglich zu Übergriffen, Angriffen, Sachbeschädigungen und anderen Delikten durch die Nazis in Bückeburg kommt, arbeiten wir gerade an einer Zusammenfassung und werden in den nächsten Tagen mehr zu den neuen Vorfällen veröffentlichen. Auch die Chronik wird zurzeit aktualisiert.

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Nicht Bückeburg – auch Schaumburg http://copyandpaste.blogsport.de/2011/09/05/nicht-bueckeburg-auch-schaumburg/ http://copyandpaste.blogsport.de/2011/09/05/nicht-bueckeburg-auch-schaumburg/#comments Mon, 05 Sep 2011 12:48:41 +0000 Administrator Allgemein http://copyandpaste.blogsport.de/2011/09/05/nicht-bueckeburg-auch-schaumburg/ Rinteln – Neonazis schlagen mit Bierkrug zu

Dieser Bericht wurde uns freundlicher Weise zur Verfügung gestellt von „Recherche Bückeburg“

Das Altstadtfest in Rinteln zieht jährlich BesucherInnen aus dem gesamten Landkreis in die Kleinstadt an der Weser. Bei vielfältigen Programm mit Musik und Kleinkunst amüsierte man sich auch dieses Mal bis in den späten Abend.

Doch unter den feiernden befand sich auch eine Gruppe Neonazis. Als sich das Fest dem Ende zuneigte schlugen sie zu.

“Auf den ersten Blick waren die vier jungen Männer eher alternativ als nazimäßig gekleidet, bei näherem Hinsehen waren jedoch für Neonazis typische Symbole erkennbar.

Erst riefen sie “Heil Hitler”, versuchten mich zu provozieren.”

Der junge Mann mit den Dreadlocks schildert die Situation sachlich. Er möchte, dass sein Erlebnis öffentlich gemacht wird, zieht es aber dennoch vor, anonym zu bleiben.

Die Verletzungen in seinem Gesicht sind noch deutlich zu erkennen.

“Vermutlich wegen meiner Frisur hatten mich die Nazis ins Visier genommen”, mutmaßt er. Zuvor war er noch nie in Auseinandersetzungen mit Nazis verwickelt. Mit FreundInnen war er zum Feiern auf das Altstadtfest gegangen. Einzig sein alternatives Aussehen ließ ihn zur Zielscheibe neonazistischer Aggressionen werden.
Nachdem er sich nicht hatte einschüchtern lassen, schlug einer aus der Gruppe mit einem Bierkrug auf sein Gesicht ein. Mit einem Rettungswagen wurde der Attackierte ins Krankenhaus eingeliefert, wo man ihn wegen einer Platzwunde sowie mehrerer Schnittverletzungen behandeln musste.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Der Täter vermummte sich direkt nach der Tat mit einer Skimaske und floh zusammen mit dem Rest der Gruppe vom Tatort.

Das Opfer glaubt indes nicht, dass es sich bei dem Angriff um eine spontane Entscheidung gehandelt habe.

Doch Unabhängig davon, ob es sich bei den TäterInnen um Mitglieder dieser Gruppierung handelt, fühlt sich die rechte Szene offensichtlich auch in anderen Städten des Landkreises stark genug um Übergriffe auf Alternative und Andersdenkende zu wagen.

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http://copyandpaste.blogsport.de/2011/03/18/nazis-raetsteln-darum-was-eine-kopijant-paste-ist/ http://copyandpaste.blogsport.de/2011/03/18/nazis-raetsteln-darum-was-eine-kopijant-paste-ist/#comments Fri, 18 Mar 2011 20:47:33 +0000 Administrator Allgemein http://copyandpaste.blogsport.de/2011/03/18/nazis-raetsteln-darum-was-eine-kopijant-paste-ist/ Erneuter Anschlag durch Neonazis in Bückeburg

In der Nacht vom 16. auf den 17. Juli kam es in Bückeburg abermals zu einem Anschlag auf ein Wohnhaus. Im Vorfeld fand, im Rahmen der Kampagne „Copy and Paste – gegen Nazistrukturen in und um Bückeburg“, am Nachmittag des 16. Juli eine Kundgebung gegen rechte Gewalt in Bückeburg statt (s. u.).
Den Angriff auf das Wohnhaus interpretiert die Kampagne „Copy and Paste“ als direkte Reaktion der rechten Szene auf ihren Protest. Die Tatausführung trägt die Handschrift früherer Taten, die aus unserer Sicht eindeutig dem Umfeld der „Autonomen Nationalisten Bückeburg“ zuzurechnen sind. Diesem jüngsten Angriff ging bereits eine Reihe ähnlicher Taten in Bückeburg und Umgebung voraus. Wie zuvor wurden dabei Außenfenster das Ziel nächtlicher Angreifer_innen. Zwei faustgroße Steine zerstörten dabei wiederum das Glas zweier Fensterscheiben. Hinter einem der beiden liegt das Zimmer eines dreijährigen Kleinkindes. Dieses befand sich zum Glück zur Tatzeit nicht im Raum.Wir als Kampagne verurteilen diesen erneuten Gewaltakt der Neo-Nazis auf schärfste. Die Polizei wurde auf Grund des Vorfalls hinzugezogen, äußerte sich bisher aber noch nicht öffentlich zum Sachverhalt.
Aus Gründen des Opferschutzes wurden wir gebeten vorerst auf die explizite Nennung des betroffenen Haushaltes zu verzichten. Dies ist für uns verständlich. Denn sollte der beschriebene Gewaltausbruch tatsächlich die Antwort auf eine friedliche Kundgebung sein, steht zu befürchten, dass die angerollte Welle rechter Gewalt in absehbarer Zeit nicht ohne Weiteres verebben wird.

Felix Imfeld, Sprecher der Kampagne „Copy and Paste“: „An diesem zweiten Anschlag innerhalb einer Woche verdeutlicht sich die Strategie der hiesigen Naziszene: Das Schaffen von Angsträumen in der Öffentlichkeit geht einher mit direkten Einschüchterungsversuchen in der unmittelbaren Privatsphäre.“

Kampagne „Copy and Paste – Gegen Nazistrukturen in und um Bückeburg“, 18.07.2011

Pressemitteilung der Kampagne „Copy and Paste – Gegen Nazistrukturen in und um Bückeburg“ zur Kundgebung am 16.07.2011

Wie angekündigt konnten wir unsere heutige Kundgebung auf dem Bückeburger Martkplatz unter dem Motto „Same shit – different month“ friedlich und ohne größere Zwischenfälle durchführen. Zu dieser hatten wir aufgerufen, da es zu Beginn der Woche zu erneuten Übergriffen Bückeburger Neonazis gekommen war. Insbesondere ein Anschlag auf eine Wohnung, bei dem mit einer Stahlkugel eine Fensterscheibe zerschossen wurde zeugt von der ungeminderten
Einschussloch in der Scheibe des jüngsten Anschlags
Gewaltbereitschaft der rechten Szene. In der gut besuchten Innenstadt Bückeburgs erreichte die Veranstaltung, auch auf Grund des an diesem Wochenende stattfindenden Mittelalterspektakels, eine erfreulich große Außenwirkung. Angesichts der nur zweitägigen Mobilisierung sind wir mit der Größe der Versammlung jedoch zufrieden. Insgesamt zählten wir etwas weniger als 100 Teilnehmer_innen. Zudem zeigten sich etliche Passant_innen interessiert und konnten sich am Rande der Kundgebung anhand von Flugblättern, Transparenten und Redebeiträgen über unser Anliegen informieren.
Kundgebung auf dem Marktplatz
Eine Bückeburgerin äußerte sich besorgt über die wachsende rechte Szene in der Stadt. Sie erklärte ihr Sohn sei vor einigen Tagen selbst von Neonazis bedroht worden und verlasse nun insbesondere in den Abendstunden nur noch ungern das Haus. Daher sei es notwendig die Öffentlichkeit über solche Vorgänge zu informieren. Entgegen der Darstellungen der Polizei ist in diesem Zusammenhang zu konstatieren, dass in Bückeburg sehr wohl Angsträume existieren, in denen Jugendliche bedroht, gejagt und angegriffen werden. Eine Chronik solcher Ereignisse ist auf der Homepage des Bündnisses unter copyanpaste.blogsport.de einzusehen.
In den verschiedenen Redebeiträgen informierten das Bündnis „Copy and Paste“ sowie diverse antifaschistische Gruppen des „Antifainfoportals Weser-Deister-Leine“ über rechte Aktivitäten in Bückeburg. Sowohl die erneuten rechtsmotivierten Übergriffe, als auch die Verstrickungen der „Autonomen Nationalisten Bückeburg“ in das Netzwerk der regionalen Naziszene wurden thematisiert. Erfreulich war für uns die Beteiligung der „Schülerinitiative gegen Rechts“, einem Zusammenschluss von Schüler_innen aus Bückeburg und Umgebung, die in einem Beitrag die Situation, besonders an der Herder Realschule, aus ihrer Sicht schilderten.
Zu einem kleineren Zwischenfall kam es im Verlauf der Veranstaltung. Die Polizei verwies einen Schaulustigen am Rande der Kundgebung des Platzes, da dieser eine Gürtelschnalle in Form eines Schlagringes trug.
Pressesprecher Felix Imfeld zieht eine positive Bilanz: „Trotz der geringen Zeit, die uns zum Bewerben der spontan geplanten Kundgebung zur Verfügung stand, konnten wir die angepeilte Teilnehmer_innenzahl von 100 Personen nahezu erreichen. Sehr gefreut hat uns der positive Zuspruch einiger Bückeburger Bürger_innen. “
Da das Naziproblem in Bückeburg noch lange nicht gelöst ist, wird die Kampagne „Copy and Paste“ auch in Zukunft weiter tätig sein und sich aktiv gegen Neonazismus zur Wehr setzen.

Same Shit – Different Month


    Kundgebung gegen anhaltende Nazigewalt am Samstag, den 16. Juli 2011 um 14 Uhr auf dem Marktplatz in Bückeburg.

Nichts hat sich geändert – Scheiss Nazis!

Fast ein halbes Jahr ist es nun her, dass Neonazis in Bückeburg durch eine Serie der Gewalt für Schlagzeilen sorgten. Die Situation hat sich inzwischen jedoch nur scheinbar beruhigt. In den letzten Wochen fanden wiederholt Anschläge seitens der „Autonomen Nationalisten Bückeburg“ auf Wohnhäuser statt – das Naziproblem ist keineswegs verschwunden.

Wir Antifaschist_innen demonstrieren heute nocheinmal hier um erneut auf die Umtriebe hiesiger Neonazis aufmerksam zu machen. In koordinierten Angriffen zerschossen Mitglieder der hiesigen rechten Szene mit Zwillengeschossen die Fensterscheiben mehrerer Wohnungen in Bückeburg und Umgebung. Im Fadenkreuz stehen dabei nach wie vor migrantische und antifaschistische Jugendliche.
Graffitisprühereien der „Autonomen Nationalisten Bückeburg“ und nationalsozialistische Parolen finden sich mittlerweile auch in Obernkirchen und Stadthagen sowie in etlichen Dörfern.
Im Internet werben sie für rechte Aufmärsche im gesamten norddeutschen Raum, sie hetzen gegen Migrant_innen, Demokrat_innen, Jüdinnen und Juden. Mit selbstgedrehten Videos versuchen sie, andere Jugendliche zu rekrutieren.
Aber auch über die Grenzen des Landkreises hinweg sind die Bückeburger Neonazis aktiv. In Wunstorf und Hannover waren sie maßgeblich an der Organisation neonazistischer Demonstrationen und Aktionen beteiligt.
Im 1. Mai demonstrierten sie mit 900 weiteren Neonazis in Halle „gegen Ausländer“.
Dabei kam es zu massiven Angriffen auf Journalist_innen und Gegendemonstrant_innen.

In nichtmal einem Monat, am 6. August 2011, wollen Nazis in Bad Nenndorf ihren alljährlichen „Trauermarsch“ durchführen. Wie in den vorherigen Jahren werden Rechte aus ganz Deutschland sowie dem benachbarten Ausland erwartet. Auch die „Autonomen Nationalisten Bückeburg“ haben in Bückeburg massiv für den Naziaufmarsch in der Kurstadt geworben. Zusammen mit ihren Gesinnungsgenoss_innen planen sie am kommenden Wochenende den ehemaligen Insass_innen des Militärgefängnisses „Wincklerbad“ ein Heldengedenken zu inszenieren. Damit ehren sie bewusst NS-Verbrecher wie den Waffen-SS General Oswald Pohl, welcher Himmler unterstellt für die Koordination der „Judenverfolgung“ zuständig war.
Positive Bezüge auf die nationalsozialistische Gewaltherrschaft sind in der rechten Szene eine Selbstverständlichkeit. Auch die Bückeburger Neonazis fordern einen „Nationalen Sozialismus“ und verfolgen damit dieselben Ziele wie ihre historischen Vorbilder.
Gewalt ist daher sowohl Mittel als auch Zweck neonazistischer Bestrebungen. Neonazis gilt es sich daher in den Weg zu stellen, wo immer sie auftauchen. Wir lassen weder zu, dass sie ihre verdrehte Weltanschauung in Bückeburg unwidersprochen verbreiten noch Überfälle auf ihre Feindbilder durchführen können.

Kein Fußbreit den Faschist_innen! Für einen offensiven Antifaschismus!

Kampagne Copy & Paste – Gegen Nazistrukturen in und um Bückeburg; Juli 2011

Keine Ruhe in Schaumburg – Nazikonzert in Stadthagen

Am Samstag den 30. April fand in Stadthagen ein Konzert mit der rechtsradikalen Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ (KC) statt. Als Veranstaltungsort diente das „Clubhaus“ des „Red Devils Motorrad Clubs“ in der Körsestraße 2. Rund 150 Personen besuchten die Veranstaltung, gegen 43 von ihnen sprach die Polizei Platzverweise aus.
Kategorie C gilt als eine der Rechtsrockgrößen, denen es gelingt die Hooligan-, Rocker- und Neonaziszene gleichermaßen anzusprechen. Gerade in einer Region wie Schaumburg, in der sich die rechte Szene zur Zeit im Aufwind befindet, halten wir von der Kampagne „copy and paste“ eine Vermischung dieser Szenen für außerordentlich gefährlich. Obwohl die neonazistische Einstellung der Band hinreichend belegt ist, sprach die Polizei in ihrer Pressemitteilung lediglich vom „Konzert einer Hooligan-Band“. Die Mitglieder der Band selbst legen großen Wert auf ihre unpolitische Inszenierung. Dass es sich bei ihnen jedoch nicht um unpolitische Fußballfans sondern um Nazis handelt, muss daher um so mehr betont werden.

Nicht unpolitisch sondern Nazis!
Der Name Kategorie C stammt aus der Hooliganszene – die Polizei bezeichnet hiermit Personen die im Verlauf von Fußballspielen gezielt gewalttätige Auseinandersetzungen suchen. Die Band selbst entstammt diesem gewalttätigen Spektrum, besitzt darüber hinaus auch gute Verbindungen zur rechten Szene. Besonders der Kopf der Gruppe, Hannes Ostendorf, Bruder des Bremer NPD-Kaders Henrik Ostendorf, kann auf eine langjährige Karriere als Neonazis zurückblicken. Bereits in den 80er Jahren spielte er in einer Rechtsrock-Band mit dem Namen „Nahkampf“. Die Gruppe war Teil des offen nationalsozialistischen Musiker-Netzwerkes „Blood and Honour“, das in Deutschland im Jahre 2000 verboten wurde. Am dritten Oktober 1991 war Ostendorf zudem an einem Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim in Bremen beteiligt
1998 gründete Ostendorf die Band „Kategorie C“, die als „Spaßprojekt“ für die damalige Fußballweltmeisterschaft gedacht war. Ein positiver Bezug auf den Nationalsozialismus und rassistische Äußerrungen gehörten von Anfang an zum musikalischen Reportoire der Bremer Band.Auf ihrer im Gründungsjahr veröffentlichten CD „Fußballfest ’98″ finden sich die Textzeilen:
“Hoch auf dem gelben Wagen, sitz ich beim Führer vorn, Vorwärts die Oi traben, lustig schmettert das MG“
Auf einem 2006 veröffentlichten Sampler singt Ostendorf offen rassistisch:
“Deutschland Dein Trikot, das ist schwarz und weiß doch leider auch die Farbe deiner Spieler“
Ihre menschenverachtende Einstellung versucht die Band allerdings in den meisten Fällen durch die Uneindeutigkeit ihrer Textwahl derart zu verschleiern, dass sie für Anhänger_innen der rechten Szene zwar deutlich zu erkennen ist, für Außenstehenden allerdings auf den ersten Blick unpolitisch wirkt. Die Nähe zum Nationalsozialismus wird jedoch um so deutlicher, je genauer man das musikalische Umfeld der Band betrachtet.
So war die Band 1999 neben Rechtsrocklegenden wie Landser, Stahlgewitter und Kraftschlag Teil eines Samplers mit dem Namen „Die Deutschen kommen II“. Veröffentlicht werden die Alben der Band generell bei einschlägigen Labels, wie Rock-O-Rama, das seit den 80er Jahren Heimat einiger der erfolgreichsten Rechtsrockbands ist und unter anderem auch die ersten Alben der „Böhsen Onkelz“ herausbrachte oder bei PC Records, das ebenfalls für seine Spezialisierung auf neonazistische Musik bekannt ist. Den CD’s der Band liegt regelmäßig Werbung für rechte Szenebekleidung wie „Thor Steinar“ oder „Erik And Sons“ bei.
Vor allem auch bei Liveauftritten scheuen sie die Nähe zu Neonazis nicht. Im Jahre 2001 spielten sie ein Konzert mit der Ungarischen Blood-and-Honour-Gruppe „Archivum“. Der tschechischen Musikgruppe „JUDENMORD“, mit denen der gemeinsame Auftritt geplant war, wurde die Einreise nach Deutschland untersagt. Danach folgte ein öffentlicher Auftritt von KC auf einer NPD-Veranstaltung im Jahre 2006, bei die Gruppe, die fortan unter dem Namen „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ auftrat, die Freilassung des inhaftierten Neonazis Michael Regener, Sänger der „Rechtsrocklegende“ Landser, gefordert wurde. Daher ist es für die Band inzwischen schwieriger geworden Auftrittsmöglichkeiten zu bekommen.
Es gab also gute Gründe für die Gruppe den Veranstaltungsort der Releaseparty für ihr neues Album „Deutsche Jungs“ geheimzuhalten. Die konspirative Organisationen, die typisch ist für Konzerte der rechten Szene, flog erst am Abend der Veranstaltung selbst auf. Zu auffällig war der große Andrang vor dem Clubhaus des „Red Devils MC“ am Rande Stadthagens.

Konzert in Stadthagen
Neonazis waren schon des öfteren zu Gast im Clubhaus der „Red Devils“. In der Vergangenheit haben die Rocker so genannte „Böhse Onkelz Parties“ veranstaltet. Unter den Besucher_innen befanden sich immer auch mit einschlägigen Tattoos verzierte und mit Szenemarken wir „Thor Steinar“ gekleidete Personen, denen zum Teil eine langjährige Zugehörigkeiten zur rechten Szene nachzuweisen ist.
Die rechte Szene in der Region besitzt gute Kontakte zu KC. Einer der Kader der Region, Marcus Winter, hat bereits mehrere Konzerte mit der Band organisiert. Seitdem Winter im Frühjahr 2010 nach längerer Haftstrafe entlassen wurde, ist er immer wieder durch die Organisation von Rechtsrockkonzerten aufgefallen. Neben einer größeren Veranstaltung mit Festivalcharakter auf Hof Nahtz in Eschede, auf der gleich mehrere Rechtsrockbands spielten, war er Organisator zweier Konzerte mit Kategorie C. Eins im ostwestfälischen Scharmede und eins in Vallstedt im Landkreis Peine. In die Infrastruktur des Konzertes in Vallstedt waren neben anderen Helfer_innen auch Anhänger_innen der Bückeburger Naziszene eingebunden. Sie nutzten ihre Autos für einen Shuttleservice, um mit der Bahn anreisenden Nazis und Hooligans zum Konzert zu fahren. Rechte Musik ist nicht nur allein als Finanzquelle wichtig für die Szene, sondern ein fester Teil der rechten Erlebniswelt. Sie schafft Identität und Zusammengehörigkeitsgefühl und bietet gerade für Jugendliche ein Einstieg in die Szene.
Die Band Kategorie C besitzt eine besondere Integrationskrauft: Ihre Musik verbindet eine Schnittmenge unterschiedlicher Szenen miteinander. Nazis, Hooligans und Rocker fühlen sich durch sie gleichermaßen angesprochen. Die Verknüpfung zwischen diesen drei überaus gewaltbereiten Szenen halten wir für besonders besorgniserregend. Im Landkreis Schaumburg, in dem eine erfahrene rechte Szene über Jahre existiert, sind derlei Entwicklungen bedrohlich. Gerade im Hinblick auf die neueren Vorkommnisse in Bückeburg, ist davon auszugehen, dass die neonazistische Szene durch solche Konzerte, genau wie auf anderem Wege, versucht im Landkreis weiter Fuß zu fassen und ihre Strukturen zu stärken.
Deswegen sollte das von Konzert mit KC in Stadthagen, als erstes Rechtsrockkonzert seit Jahren in Schaumburg, nicht als bloßer Zufall gewertet, sondern als deutliches Zeichen für ein Erstarken von Neonazis in Schaumburg gewertet werden.

Stellungnahme der „Copy and Paste“– Kampagne; Mai2011
Weitere Infos und Presseberichte unter Presse

Die Demo als Auftakt der Kampagne

Pressemitteilung zur Demo am 9. April 2011

Zwischenkundgebung auf dem Markplatz

Am heutigen Tag fand in Bückeburg eine antifaschistische Demonstration statt. Diese Demo haben wir mit einem Bündnis angemeldet, um auf die Zustände in der Stadt aufmerksam zu machen. Mit 400 Teilnehmer_innen haben wir heute diese Demonstration lautstark und entschlossen dürchgeführt.
An dem Zug durch die Innenstadt nahm ein breites Bündnis aus antifaschistischen Gruppen, politischen Parteien, Gewerkschaften und deren Jugendorganisationen teil.
In Redebeiträgen wurde die mangelnde Solidarität mit den Opfern der Naziangriffe aus den letzten Monaten kritisiert und weiter wurde bemängelt, dass linke Jugendliche auf Grund ihres Engagements zu Mitschuldigen gemacht werden. Der Berichterstattung der Vergangenheit war lange Zeit zu entnehmen, dass die Aufklärungsarbeit von antifaschistischen Gruppen erst den Ausbruch der rechten Gewalt provoziert habe. Mit dieser Deutungsweise wird eine sich seit einigen Jahren zunehmend organisierende, lokale Naziszene verleugnet.
Die Aktivitäten der Bückeburger Neonazis reichen von Betreiben einer Internetseite, Verkleben von Porpagandamaterial bis hin zu körperlichen Angriffen sowie Morddrohung gegen Andersdenkende und politische Gegner_innen. Dies ist auch im Detail der „Chronik der Gewalt“ zu entnehmen.
Mit 400 Demonstrierenden lag die Teilnehmerzahl weit über unseren Erwartungen. Vor allem bei der Zwischenkundgebung auf dem Marktplatz zeigten sich viele Bürger_innen interessiert und einige Zuschauer_innen schlossen sich nach der Kundgebung dem Demonstrationszug an. Trotz Provokationen von Bückeburger Neonazis am Rand der Demonstration lief diese störungsfrei ab.
Diese Demonstration war ein deutliches Zeichen gegen die Nazistruktur in Bückeburg und im Landkreis Schaumburg und der Auftakt für ein konsequentes Vorgehen gegen das Erstarken von faschistischen Strukturen. Wir werden es auch weiterhin nicht einfach so hinnehmen, dass in Bückeburg Neonazis Gewalttaten ohne Konsequenzen verüben und ihr menschenverachtendes Gedankengut ungehindert verbreiten können.
Solange es in Bückeburg Rückzugsorte gibt, wie aktuell mitten in der Innenstadt, wo Neonazis sich tagtäglich ungestört treffen und auf den Straßen frei agieren können, wird die Kampagne diese öffentlich machen und intervenieren.
Einen ausführlichen Bericht über die Demo findet ihr hier!

Demozug

Same Shit – Different Town

Der Name der Kampagne „CopyAndPaste“ beruht auf der Tatsache, dass es zur Zeit scheinbar einen „Trend“ in der Naziszene gibt.
Wohin man schaut, fast überall entwickeln sich kleine Nazigruppen, die sich untereinander in ihrer Gewaltbereitschaft sehr stark ähneln und die sehr häufig das Auftreten und die Aktionsformen linker Gruppen kopieren.
Schaut man nach Tostedt oder nach Bückeburg, so erkennt man, dass in beiden Kleinstädten durch die Nazis der Versuch gestartet wird, eine sog. „National befreite Zone“ zu errichten.
Andersdenkende werden systematisch verfolgt, angegriffen, gejagt und zum Teil schwer verletzt.

Überall bilden sich „Bürgerbündnisse“, die sich auf die Fahnen schreiben, „gegen jeglichen Extremismus“ vorgehen zu wollen, womit die rechten Straftaten heruntergespielt werden sollen und linkes Engagement kriminalisiert wird. Die Opfer der Naziübergriffe erfahren kaum bis gar keine Solidarität von der örtlichen Politik und sowohl Polizei als auch Presse schweigen das Poblem tot.
In keinem dieser Brennpunkte gibt es laut allgemeinpolitischer Öffentlichkeitsmeinung eine organisierte rechte Szene. Es wird von „rivalisierenden Jugendbanden“ und „ideologisch nicht gefestigten Jugendlichen“ gesprochen, die sich einen „territorialen Machtkampf“ liefern.

Die Hauptakteure dieser Meinungsmache sind weitestgehend austauschbar, das Vorgehen der Nazis ist similar und ihre Gewaltbereitschaft erschreckend.

Ob Tostedt, Bückeburg oder andere Städte: Egal wie und in welcher Form Nazis öffentlich werden – Wir werden uns dem entgegenstellen und mit allen Mitteln dagegen ankämpfen, dass GenossInnen und Menschen, die nicht in das Weltbild von Nazis passen, angegriffen werden oder sog. „No-Go-Areas“ für solche Menschen entstehen.

CopyAndPaste – Same Shit – Different Town – It’s time to resist!

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