Eine Chronik der Gewalt – über die uns bekannten Aktionen der Neonazis in und aus Bückeburg seit August 2010

Juli 2012

17.07.
Schüler_innen der Herder-Realschule entfernen während einer längerfristig geplanten Aktion und in Zusammenarbeit mit der Berliner Aktivistin Irmela Mensah-Schramm die unzähligen neonazistischen Schmierereien in der Umgebung der Bildungsstätte. Im Verlauf der Aktion werden sie von Mitgliedern der rechten Szene bedroht. So fotografiert eine bekannte Aktivistin die Schüler_innen, während einige junge Männer, vermummt mit weißen Masken, ein Transparent entrollen.
Der einzige anwesender Vertreter der örtlichen Polizeidienststelle ist auch auf Drängen der Betroffenen nicht in der Lage Verstärkung anzufordern. Als die mit einem Privattelefon gerufene Unterstützung endlich eintrifft, sind die Neonazis bereits verschwunden. In einer Pressemitteilung spricht die Polizei anschließend davon, dass man das Auftreten der nationalsozialistischen Gruppierung als bloße „Meinungsäußerung“ verstehen könne.

16.07.
In der Nacht vom 15. auf den 16. Juli ziehen verschiedene Gruppen neonazistischer Aktivst_innen durch Bückeburg und benachbarte Ortschaften. In einer offensichtlich geplanten Einsatztour sprühen sie dort rechte Parolen und hinterlassen zahlreiche Plakate, die einen anstehenden, bundesweiten Großaufmarsch der „Autonomen Nationalisten“ in Dortmund bewerben.

13.07.
In den frühen Morgenstunden zieht eine größere Gruppe Neonazis durch die Innenstadt. Es kommt zu Sachbeschädigungen, unter anderem am Wohnhaus eines antifaschistischen Jugendlichen

06.07.
Eine Gruppe von rund acht alternativen Jugendlichen wird in der unmittelbaren Umgebung des Gymnasium Adolphinum von einer gleichgroßen Gruppe Neonazis erst bedroht und anschließend gejagt. Während sie entkommen wird gleichzeitig ein zufällig vorbeifahrender Antifaschist am „Kriegerdenkmal“ im Schlosspark von fünf weiteren Neonazis angegriffen. Die Täter_innen treten ihn von seinem Fahrrad um ihm anschließend am Boden mit weiteren Tritten und Schlägen zuzusetzen. Nachdem er schließlich entkommen kann, verständigt er die Polizei.

Juni 2012

29.06.
In den Abendstunden bedroht eine Gruppe bekannter Neonazis aus den Landkreisen Schaumburg und Hameln Antifaschist_innen in der Nähe eines Supermarktes am Bückeburger Stadtrand. Kurz bevor es zu einem körperlichen Übergriff kommt, schreiten weitere Jugendliche ein, die den Nazis zu verstehen geben, dass sie sich im Zweifelsfall zwischen sie und die Betroffenen stellen würden. Daraufhin verlässt die rechte Gruppe den Ort des Geschehens.

Mai 2012

17.05.
Am so genannten „Vatertag“ werden zwei Jugendliche aus einer Gruppe von rund 30, teils einschlägig bekannten, Neonazis mit Schlagwerkzeugen angegriffen. Den Jugendlichen gelingt mit Hilfe einer der Väter der beiden die Flucht.
Am Abend des Himmelfahrttags wird einer der Jugendlichen abermals attackiert. Diesmal erfolgt die Attacke mit Reizgas aus einem Fahrzeug heraus. Erneut kann durch das Eingreifen eines Erwachsen der Angriff verhindert werden.
Der Polizei gelingt es nach beiden Vorfällen die Personalien einiger bekannter Neonazis aufzunehmen.

01. 05.
Rund 35 Neonazis marschieren, mit einem Transparent bewaffnet, durch Obernkirchen. Die unangemeldete Versammlung soll eine „Vorabendveranstaltung“ zu den zahlreichen Naziaufmärschen darstellen, die alljährlich zum 1. Mai im gesamten Bundesgebiet stattfinden.

April 2012

30. 04.
In den frühen Morgenstunden kommt es im Bückeburger Stadtgebiet zu mehreren Sachbeschädigungen. Dabei werden neben einem Privatfahrzeug einer Antifaschist_in zahlreiche Briefkästen beschädigt. Neben Privatpersonen war auch das örtliche Büro der Grünen in diesem Zusammenhang Ziel neonazistischer Zerstörungswut.

14. 04.
Am Vormittag versammelt sich in Bückeburg eine größere Anzahl von Neonazis. Die rund 30 Personen, aus den Kameradschaftszusammenhängen „Westfalen Nord“ sowie den „Nationalen Sozialisten Bückeburg“ tragen ein banner bei sich und verteilen Flugblätter mit entsprechendem Gedankengut. Die offenbar seit längerem geplante Aktion wird zudem von einigen überregionalen Aktivist_innen unterstützt.
Unmittelbar zuvor war es auch in Hannover zu einer derartigen Aktion gekommen. Das Spektrum der teilnehmenden Personen überschnitt sich bei beiden Veranstaltungen.

10. 04.
Einige Neonazis patroullieren im Auto durch die Stadt. Es kommt zu mindestens zwei Angriffen auf Antifaschist_innen mit Reizgas.


März 2012

24.03.
Neonazis des länderübergreifenden Netzwerkes „Westfalen Nord“ verteilen im Kooperation mit Mitgliedern der „Nationalen Sozialisten Bückeburg“ Flyer in Bückeburg und Minden.
Ihre Aktion ist Teil eines bundesweiten so genannten „Aktionstages“. Mitglieder der von der Staatsanwaltschaft als kriminelle Vereinigung eingestuften Freien Kameradschaft „Aktionsbüro Mittelrhein“, unter anderem verantwortlich für zahlreiche Gewaltdelikte, werden auf den verteilten Flugblättern als „Opfer staatlicher Willkür“ zu Märtyrern der neonazistischen Szene stilisiert.
Ihre auf Video festgehaltenen Umtriebe werden einige Tage später als Propagandavideo zusammengeschnitten im Internet veröffentlicht.

03.03.
Im gesamten Stadtgebiet Obernkirchens werden neonazistische Parolen gesprüht und Plakate mit rechten Propaganda verklebt. Die Täter_innen erklären mit ihnen die Kleinstadt wörtlich zur „Nazizone“.
Seit Anfang März befindet sich zudem eine Wohngemeinschaft führender Mitglieder der „Nationalen Sozialisten Bückeburg“ in der Obernkirchener Innenstadt.

Februar 2012

16.02.
Im Amtsgericht Bückeburg findet ein Prozess wegen wegen gefährlicher Körperverletzung an einem Antifaschisten statt.
Angeklagt sind Marcus Winter (Minden) und Dan Bittner (Stadthagen), die den damals 27-jährigen Mann aus einer Gruppe heraus angegriffen und diesen dabei schwer verletzt haben sollen.
Auf Grund von Mangel an Beweisen endet der Prozess nach rund achtstündiger Verhandlungsdauer mit einem Freispruch für beide Neonazis. Trotzdem wurde während der Befragung der Zeugen klar, dass an dem Abend eine große Gruppe Nazis in der Stadt unterwegs war.
Auch während der Verhandlung selbst waren zahlreiche Angehörige der „Nationalen Sozialisten Bückeburg“, als den Zeugen sowie im Publikum anwesend.
Auch Nazis aus dem Umfeld von „Westfalen Nord“ waren mit mehreren Personen im Publikum vertreten.
Bereits vor Beginn versuchten diese antifaschistische Prozessbeobachter_innen einzuschüchtern. Es kommt zu Schubsereien und verbalen Anfeindungen durch die Angeklagten. Gegen Ende des Prozesses wurden die anwesenden Antifaschist_innen von den Nazis abfotografiert.
Marcus Winter drohte beim Verlassen des Gebäudes schadenfroh: „Dann haben wir ja wieder einen frei!“

11.02.
An einer Demonstration gegen das ACTA-Abkommen in Hannover beteiligen sich bis zu 40 Anhänger_innen der rechten Szene. Bereits im Vorfeld hatten diese ihr Kommen angekündigt. Als sich andere Demonstrationsteilnehmer_innen gegen diese Beteiligung wehren, kommt es Übergriffen seitens der Neonazis, die mit Holzknüppeln auf Protestierende einschlagen.
Die Polizei nimmt rund 20 Neonazis vorübergehend in Gewahrsam. Unter ihnen befinden sich neben Mitgliedern von „Besseres Hannover“ auch Anhänger_innen der „Nationalen Sozialisten Bückeburg“.

Januar 2012

29.01.
In der Nacht von Samstag auf Sonntag wird an dem Auto einer jungen Antifaschistin einer der Seitenspiegel abgetreten und das Auto mit Lippenstift beschmiert. In den Tagen zuvor, hatte sich ein Mitglied der „Nationalen Sozialisten Bückeburg“ dem Fahrzeug mehrfach direkt genähert und Fotos davon geschossen.

05.01.
Als ein alternativer Jugendliche sich in der Sparkasse auf der Bahnhofstraße aufhält, kommt es hinterrücks zu einem gewalttätigen Übergriff durch sechs Neonazis. Der Jugendliche wird bedroht, gewürgt und erhält mehrere Tritte. Nachdem er sich losreißen konnte, drohen ihm die Täter_innen weitere Gewalt an. Er kann jedoch entkommen und ruft die Polizei. Obwohl sich die Täter_innen noch am Ort des Geschehens aufhalten, erscheint diese nicht.

04.01.
In der Nacht von Montag auf Dienstag wird eine Wohnung in der Innenstadt mit Steinen angegriffen.. Dabei werden vier Scheiben zerstört . Durch die Scherben wird eine Person, die sich im Haus befindet verletzt. Im Voraus kam es bereits des Öfteren zu kleineren Straftaten am Haus. Vor allem in Form neonazistischer Sprühereien. Die Angriffe richten sich offenbar gegen einen jungen Erwachsenen.

Dezember 2011

31.12.
Am frühen Silvesterabend sind vier alternative Jugendliche zu Fuß in Bückeburg unterwegs. Als sie am Bushof an der Herderrealschule sind, kommen zwei vollbesetzte Autos um die Ecke gefahren, halten an und es springen mehrere Nazis heraus. Diese versuchen die fliehenden alternativen Jugendlichen anzugreifen. Zum Glück können diese schnell genug weglaufen und so kommt es nicht zu einem schwereren Übergriff.

25.12.
Zwei linke Jugendliche besuchen die Spätvorstellung im Bückeburger Kino. Sie bemerken, dass sich auf den hinteren Plätzen knapp zehn Neonazis befinden. Nachdem sie Freund_innen darum gebeten hatten sie abzuholen, verlassen sie kurz vor Ende die Filmvorstellung. Im Eingangsbereich des Gebäudes werden sie allerdings von vier weiteren Neonazis erwartet. Während diese die draußen wartenden Freund_innen beleidigen, machen die zwei Jugendlichen einen Mitarbeiter des Kinos auf die Situation aufmerksam, der sie darauf hin nach draußen begleitet. Eine Eskalation der Situation blieb aus.
21.12.
Am späten Abend ist ein als Antifaschist bekannter junger Mann mit dem Auto auf dem Weg nach Hause. : Er bemerkt ein Auto hinter sich, was ihm bis in das Wohngebiet bei jedem Abbiegen folgt und kurz bevor er zu Hause ist, stellt er fest, dass der Beifahrer im Fahren Fotos von seinem Auto macht.

19.12.
Ein alternativer Schüler der Herderschule verlässt nach dem Unterricht zusammen mit zwei Freunden das Schulgelände in Richtung Bushof, als er plötzlich in den Rücken getreten wird und in Folge dessen zu Boden geht. Seine zwei Begleiter_innen wollen ihm zur Hilfe kommen, werden jedoch aus der Gruppe der Angreifer_innen heraus zur Seite geschubst. Als der zu Boden Gegangene sich aufrichtet, kommen weitere fünf Personen aus der rund 15 Neonazis großen Gruppe auf ihn zu. Diese beleidigen und verspotten ihn lautstark.

10.12.
Am späten Abend sind drei junge alternative Frauen zu Fuß in Bückeburg in der Nähe der Kneipe „Minchen“ unterwegs, als vier vermummte Neonazis auf sie zustürmen, sie belästigen, bedrohen, festhalten und schütteln. Die drei Frauen schaffen es einen Passanten anzusprechen, der auf die Personengruppe zuläuft, sodass die vier jungen Männer schließlich die Flucht ergreifen. Die drei Frauen informieren die Polizei über den Vorfall und schildern den Beamten die genaue Situation.

Oktober 2011

03.10.
Am frühen Abend kommt es zwischen Bückeburg und Röcke zu einem Übergriff auf zwei Fahrradfahrer_innen. Aus einem PKW heraus werden sie von vier vermummten Personen mit Pfefferspray attackiert und beraubt.
Kurze Zeit darauf werden in der Nähe des Tatorts rund zwanzig Mitglieder der „Autonomen Nationalisten“ in Röcke gesehen. Die verständigte Polizei nimmt den Großteil der Personen fest.

Ein Antifaschist wird nur kurze Zeit später am Südharrl von einem schwarzen Kleinwagen verfolgt, dessen Insasass_innen ihm mit aggressiven Gesten drohen. Als der Wagen vor ihm zum Stehen kommt, schafft er es einem Angriff zu entgehen, indem er in den Wald flieht.

Später am Abend kommt es zu einem unangemedeten Aufzug, ebenfalls in der Nähe des Südharrls. Rund 15 Personen rufen rechte Parolen und tragen Fahnen bei sich. Die Polizei bricht den Aufmarsch ab, es kommt zu weiteren Festnahmen.

02.10.
Tagsüber patroullieren Mitglieder der „Autonomen Nationalisten Bückeburg“ und „Widerstand Wunstorf“ in der Innenstadt. In der Nacht kommt es dann schließlich zu einem Angriff auf das Wohnhaus eines Antifaschisten. An der Tat sind drei Personen beteiligt. Mit mehreren faustgroßen Steinen wird die Fensterscheibe des Wohnzimmers zerstört.

01.10.
Gegen 22:30 wird ein weiteres Mal die Wohnung eines Migranten in der Ulmenallee angegriffen. Wieder ist die Tatwaffe eine Zwille, mit deren Hilfe erneut ein Fenster zerschossen wird. Zwei Personen die während des Schusses hinter der Scheibe stehen, entgehen nur durch Glück schwereren Verletzungen.
Kurze Zeit später, erfolgt ein ähnlicher Angriff auf einen vollbesetzten PKW. Mit einem weiteren Zwillengeschoss wird dessen Heckscheibe zerstört. Die Insass_innen bleiben unverletzt.
In beiden Fällen flüchteten die Täter_innen auf einem schwarzen Roller.

September 2011

Rest in Arbeit…

24.09.
In den späten Abendstunden greift eine Gruppe Nazis das Haus eines Antifaschisten in Bückeburg an. Mit Plastersteinen zerstören sie fast alle Fenster des Hauses. Auf ihrer Flucht stehlen die Täter_innen alle Fahrräder des Hauses.

Später werden am Wohnhaus von zwei Antifaschisten die Reifen sämtlicher Fahrräder zerstochen.

22.09.
Bei einem Antifaschisten in Röcke wird der Briefkasten mit einem Knallkörper der nach deutschem Recht auf Grund ihrer Sprengkraft verbotenen Marke „La Bomba“ gesprengt. Kurz darauf wird ein Jugendlicher auf dem Weg nach Röcke aus einem Auto heraus mit einem solchen Knallkörper beworfen, zum Glück aber nicht getroffen.

05.09.
Am Nachmittag werden zwei Antifaschist_innen in der Bückeburger Innenstadt hinterrücks von drei Anhänger_innen der örtlichen Naziszene angegriffen.
Auch vorbeifahrende Passant_innen scheinen für die Angreifer_innen kein Grund zu sein von ihren Opfern abzulassen. Als eine_r der beiden Angegriffenen zu Boden geht treten sie auf ihn ein und rauben ihm schließlich seine Mütze und sein Handy und schaffen es zu fliehen.

Rest in Arbeit…

August 2011

16.08.11
Als zwei alternative Jugendliche abends auf dem Weg zwischen Ahnsen und Obernkirchen unterwegs sind, hält plötzlich in einigen Metern Entfernung ein Auto an der Straße und vier Vermummte stürmen auf die beiden Jugendlichen zu. Sie können zunächst auf einen nahegelegenen Hof flüchten, doch werden auch dort von den Angreifer_innen eingeholt und schließlich mit mehreren Schlägen angegriffen und leicht verletzt.

14.08.11
Rinteln

Auf dem alljährlichen Altstadtfest pöbelt eine Gruppe Neonazis einen jungen Mann an. Dieser will sich nicht auf eine Auseinandersetzung einlassen. Nachdem die Neonazis ihn vergeblich mit neonazistischen Parolen zu provozieren versuchten, schlägt ihm einer der erwachsenen Männer mit einem Bierkrug ins Gesicht.
Das Opfer erleidet eine Platzwunde und mehrere Schnittwunden im Gesicht und wird mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus eingeliefert.

Juli 2011

17.07.11
Nach einer antifaschistischen Kundgebung am 16.7. kommt es in der darauffolgenden Nacht zu einem erneuten Anschlag in einem Ortsteil von Bückeburg. Am Haus der Eltern eines als Antifaschisten ausgemachten Jugendlichen werden zwei Scheiben durch faustgroße Steine zerstört. Ein Fenster gehört zu dem Zimmer der dreijährigen Tochter der Familie, in welchem sie sich zum Glück zur Tatzeit nicht befindet.
Laut Polizei bestehen nur geringe Chancen, die Täter zu ermitteln. Öffentlich äußerte sie sich, wie bei zurückliegenden Vorfällen dieser Art, jedoch nicht.

12.07.11
In der Nacht von Montag auf Dienstag wurde das Wohnhaus eines Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Sichtweite der Polizeistation mit einer Stahlkugel beschossen. Höchstwahrscheinlich mit einer Schleuder wurde das Fenster gegen 2Uhr zerstört. Da in diesem Zimmer noch Licht brannte und sich die Bewohner auch dort aufhielten, ist es offensichtlich, dass die Nazis Personenschäden wissentlich in Kauf nahmen. Glücklicherweise wurde niemand Verletzt und es blieb beim Sachschaden

10.07.11
Sonntag Nachts, gegen Mitternacht wurde in einem Vorort von Bückeburg, das Grundstück eines Jugendlichen mit mehreren Knallkörpern beworfen.

08.07.11
Vier Neonazis fahren im Auto durch ein Siedlungsgebiet. Als sie einen einzelnen Antifaschisten entdecken, parken sie das Auto hinter der nächsten Ecke und stürmen auf ihn zu. Der Jugendliche konnte jedoch unbeschadet entkommen.

Juni 2011

02.06.2011
Am diesjährigen „Vatertag“ ziehen 20 Personen aus dem Umfeld der „Autonomen Nationalisten Bückeburg“ mit dem Bollerwagen von Bückeburg nach Rusbend. Der Bollerwagebn ist neben Alkohol mit ‚Knüppeln‘ bestückt. Als die Polizei die Schlagwerkzeuge der Personengruppe entdeckt, werden diese ihnen lediglich abgenommen. Die Nazis können unbehelligt weiterziehen.

Mai 2011

28.05.2011
Acht Neonazis ziehen durch die Wunstorfer Innenstadt. Als sie auf drei alternative Jugendliche treffen, greifen sie an. Zwei der Angegriffenen können entkommen, die dritte Person wird von den Nazis zunächst geschubst. Dann wird sie von der Gruppe umstellt und bedroht. Schließlich wird sie von zwei Nazis gepackt und mitgeschliffen. Erst als die Polizei dazukommt ergreifen die Nazis die Flucht. Unter ihnen waren neben Anhänger_innen von „Widerstand Wunstorf“ auch Mitglieder der rechten Kameradschaft „Besseres Hannover“ und der „Autonomen Nationalisten Bückeburg“.

27.05.2011
Drei alternative Jugendliche sind in Bückeburg auf dem Weg nach Hause, als sie in der Nähe des Bahnhof auf eine Gruppe von ca. zehn vermummten Neonazis treffen und von ihnen angegriffen werden. Die dazugerufene Polizei kann kurze Zeit später keinen der flüchtigen Vermummten finden.


20.05.11

In der Nacht von Freitag auf Samstag trifft eine Gruppe von acht Neonazis in der Trompeterstraße auf einen Jugendlichen. Nachdem diese ihn als vermeintlichen Antifaschisten identifiziert haben wollen, schlagen sie ihn zu Boden und treten unzählige Male auf ihn ein. Im Laufe der Nacht wurden weitere Neonazis gesichtet, die offensichtlich auf der Suche nach nächsten Angriffszielen waren. Zuvor besuchten sie gemeinsam eine Geburtstagsfeier in Bückeburg, an der auch einige Nazis aus Hannover, Wunstorf und Stadthagen teilgenommen hatten.

13.05.2011
In der Nacht von Freitag auf Samstag verteilen Neonazis in Bückeburg und den angrenzenden Dörfern großflächig Werbematerial für einen bundesweiten Naziaufmarsch in Braunschweig . So werden neben Aufklebern auch unzählige Plakate an Mauern und Häuserwänden plakatiert.

06.05.2011
Seit Anfang Mai sind in Bückeburg wieder vermehrt Aufkleber und Schmierereien mit rechtem Inhalt an Laternen und Straßenschildern zu finden, darunter fallen vor allem mit Edding geschriebene Schriftzüge „Mädels aktiv im Nationalen Widerstand“ im Schlosspark auf.
Im Internet taucht zeitgleich ein mit Rechtsrock unterlegtes „Aktions“-Video mit dem Titel „Für ein sauberes Bückeburg“auf, wo sich die Nazis bei ihren Straftaten filmen.

April 2011

30.04.2011
Konzert von KC im Vereinsheim der Red Devils in Stadthagen.

22. 04. 2011
In Röcke wird abermals das Haus eines Jugendlichen angegriffen. Es werden insgesamt fünf Fenster zerstört. Die Nachbarn sprechen von einigen Vermummten, welche mit etwas in der Art eines Luftgewehrs bewaffnet gewesen sein sollen.

09.04.2011
Am Abend der Demo hält auf offener Straße zwischen Bückeburg und Obernkirchen direkt neben zwei alternativen Jugendlichen ein roter Kleinwagen und es steigen drei bekannte Neonazis aus. Diese beginnen sofort die beiden Jugendlichen zu bedrohen, einer der beiden wird in ein Blumenbeet geschubst, der zweite kann zu einem Wohnhaus fliehen und versucht dort zu klingeln. Dabei wird er von einem der Neonazis verfolgt und dieser schlägt seinen Kopf gegen die Haustür.
Die beiden anderen Neonazis treten gegen das Fahrrad des anderen alternativen Jugendlichen und rauben ihm schließlich seinen Rucksack und seine Cap. Dann fliehen alle drei Neonazis in das Auto und fahren weg.
Die herbeigerufene Polizei versucht das Auto zu verfolgen und nimmt Ermittlungen wegen „Diebstahl“ auf.

März 2011


30.03.2011

Die Nazis aus Bückeburg treten erneut (wie bereits Ende 2008) im Internet mit einer Website auf. Auf ihrer Seite betiteln sie sich als „Autonome Nationalisten Bückeburg“ und rufen zu rechtsradikalen Demonstrationen auf. Sie stellen Propaganda-Material in Form von rechter Musik und Videos online und verlinken rechtsradikale Versände sowie regionale und überegionale Neo-Nazi Gruppierungen. Als Unterschrift für ihre Gruppierung nutzen die Nazis den Satz: „Unsere Stadt hat Demokraten satt!“


26.03.2011

In Wunstorf findet eine Demonstration zum Erhalt des Infoladens als ein Stückchen Freiraum in der Wohnwelt statt – während der Demo gibt die Polizei bekannt, dass Nazis spontan eine Gegendemo angemeldet haben und diese auch unter Begleitung der Polizei laufen dürfen.
Im Nachhinein stellt sich heraus, dass „der überwiegende Anteil der Nazis aus dem Bereich Schaumburg kam“ (Bericht aus dem „Wunstorfer Stadtanzeiger“ dazu). Während der Demo wurde das verbotene Horst-Wessel-Lied gesungen und alle Teilnehmer erhielten deswegen eine Strafanzeige, sowie eine Ordnungswidrigkeitsanzeige, wegen der nicht fristgerechten Anmeldung der Demo.


24.03.2011

Eine Gruppe von ca. 20 Neonazis sammelt sich vor der Wohnung einer, im Vorfeld bedrohten (siehe 02./03.03.2011), alternativen Jugendliche und belästigen sie erneut durch Anrufe mit Stimmenverzerrer. Die gerufene Polizei kommt eine Stunde später und nimmt den Vorfall zur Kenntnis.


17.03.2011

Fünf Neonazis lauern zwei linken Jugendlichen in der Nähe eines Fitnessstudios auf, als ein junger Mann in deren Nähe auf einem Parkplatz parkt und dabei von den Nazis entdeckt wird. Sie jagen ihn in die Innenstadt, wo er Hilfe bei einer Gruppe Passant_innen sucht. Diese rufen die Polizei. Als die Beamt_innen eintreffen, weigern sich diese auf Anfrage des Geflüchteten nach seinem Auto zu schauen. Als er danach mit Freund_innen zu seinem Auto geht, finden sie ihn entglast, verbeult und mit abgetretenem Seitenspiegel vor. Die Polizei spricht von zufälligem Vandalismus und will keinen Zusammenhang mit vorherigen Geschehnissen erkennen können.


16.03.2011

Rund 20 vermummte Neonazis jagen in Innenstadtnähe alternative Jugendliche durch die Straßen.
Später versuchen sie einen ihnen bekannten Antifaschisten einzuschüchtern und fotografieren im Vorgarten durch dessen Fenster.


15.03.2011

Die Schülerinitiative trifft sich erneut. Es fällt ein roter Astra mit Mindener Kennzeichen auf, welcher vollbesetzt mehrfach vorbeifährt. Die Insassen des Astras winken den Jugendlichen, scheinbar erfreut über deren Anwesenheit, zu.
Später am Abend werden die Neonazis beobachtet, wie sie mit Waffen und anderen Gegenständen in innenstadtnähe in ein Auto einsteigen und losfahren.

14.03.2011
Rund zehn Vermummte jagen gegen 18.30 Uhr am Rande der Innenstadt in Bückeburg einen Jugendlichen durch die Straßen, dieser kann sich in ein Wohnhaus flüchten.

13.03.2011
Gegen 1.00 Uhr nachts werden bei einem linken Jugendlichen in Röcke die Scheiben im Wohnhaus mit Flaschen eingeschmissen. Schon zuvor am Tag hatte er beobachtet, wie ihm bekannte Neonazis mehrfach an seinem Wohnhaus vorbeigefahren waren.

12.03.2011
Drei alternative Jugendliche werden in den frühen Abendstunden in der Innenstadt von Bückeburg auf einen immer wieder vorbeifahrenden Opel mit Mindener Kennzeichen aufmerksam. Kurze Zeit später, stürmen 5-6 Vermummte auf die Jugendlichen zu. Die Jugendlichen können flüchten und verständigen die Polizei.
Gegen 23.00 Uhr tauchen zwei bekannte Neonazis aus Bückeburg auf der Abiparty in Stadthagen auf, dort kommt es zum Wortgefecht mit einigen alternativen Jugendlichen. Die beiden Neonazis werden schließlich von der Security der Party verwiesen und beschädigten im Dabeisein von weiteren inzwischen eingetroffenen Rechten ein Auto auf dem Parkplatz.

11.03.2011
Zwei junge Frauen aus der alternativen Szene Bückeburgs begegnen in der Stadt einigen Neonazis und werden beschimpft. Später treffen die beiden zusammen mit einem Bekannten erneut auf die gleiche Gruppe. Die Leute aus der Gruppe jagen die drei Personen durch Stadt und umstellen anschließend das Casino, in das sie sich geflüchtet haben.

02./03.03.2011
Einschüchterungsversuche in Bückeburg: Eine alternative Jugendliche bekommt Drohanrufe auf Handy und Festnetz. Sie wird vom Anrufer aufgrund ihrer Kontakte zur „linken Szene“ beschimpft.

08.03.2011

Die Neonazis belästigen Teilnehmer_innen des Treffen einer Schülerinitiative gegen Faschismus und fahren mit 2 Rollern und einem Auto am Jugendzentrum auf und ab.

Februar 2011

25.02.2011
In Bückeburg gibt es in der Innenstadt gegen 19 Uhr ein Zusammentreffen zwischen Nazis und alternativen Jugendlichen. Es kommt nur zu einem Wortgefecht, größere Auseinandersetzungen bleiben aus.
Wenig später jedoch tauchen am Bahnhof in Barsinghausen fünf vollbesetzte Autos, davon mindestens drei aus Schaumburg auf. Die Neonazis aus den Autos jagen
drei Junge „Falkenkellerbesucher“ am Bahnhof bis auf die Gleise. Von dort aus rufen die drei Jugendlichen die Polizei. Auch nach ihrem Eintreffen und trotz großer Präsenz und zugeforderter Unterstützung der Bückeburger Polizei werden die Gejagten weiter von den Nazis beschimpft und bedroht. Als maßgeblicher Initiatior der Aktion sollte sich später ein bekannter Neonazis aus Stadthagen/Bückeburg herausstellen. Zwei vollbesetzte Autos der Angreifer können entkommen bevor die Polizei eintrifft, doch in den drei kontrollierten Autos findet die Polizei Teleskopschlagstöcke, Sprühdosen und einen Gegenstand in der Form einer Pistole.

18.02.2011
Das Auto einer Bückeburgerin wird von Neonazis fälschlicherweise für das einer Antifaschistin gehalten und entglast.

Januar 2011

15.01.2011
Einer der Neonazis feiert seinen Geburtstag im „Snookers“, einem Lokal in der Bückeburger Innenstadt. Am selben Abend nimmt die Polizei in einem Parkhaus die Personalien von ca. 20 Nazis aus der Region Hannover-Umland und Hannover auf.

08.01.2011
30 bis 40 Neonazis ziehen gegen 22 Uhr vermummt und bewaffnet durch die Bückeburger Innenstadt. Dabei kommt es zu einem erneuten Angriff auf ein Wohnhaus, sowie auf einzelne Passant_innen, die für Angehörige der alternativen Szene gehalten werden. Bei der Attacke auf das Wohnhaus werden mit Pflastersteinen und Zwillengeschossen mehrere Fensterscheiben zerstört.


Dezember 2010


31.12.2010

Im Verlauf des Silvesterabends greifen Vermummte die Wohnung eines Jugendlichen mit Migrationshintergrund in der Bückeburger Innenstadt an. Sie beschädigten mit Bierflaschen die Fensterscheiben einer anderen Anwohnerin.
Kurz darauf greifen drei vermummte Nazis mitten in der Bückeburger Innenstadt einen Jugendlichen an und schlagen ihn nieder. Sie benutzen Schlagstöcke und Schlagringe und fügen dem Jugendlichen erhebliche Verletzungen zu. Auch er muss anschließend im Krankenhaus behandelt werden.

25.12.2010
Mehrere der Bückeburger Neonazis sind beim KC-Konzerts in Vechelde bei Peine, welches von Marcus Winter geplant und angemeldet wurde, in die Organisation eingebunden.

17.12.2010
Die Nazis aus Bückeburg besuchen eine Geburtstagsfeier auf dem Raif-Gelände hinter dem Bahnhof.
Als ein Punk auf der gleichen Party eintifft, treten die Nazis diesen die Eingangstreppe herunter, um ihn danach mit Teleskopschlagstöcken zu bedrohen. Sie zwingen ihn das Gelände zu verlassen.
Später am Abend wird ein Fotograf auf rechte Parolen in dem Konzertraum in dem die Party stattfindet aufmerksam, er verständigt die Polizei.
Diese ermittelt wegen Volksverhetzung.

10.12.2010
Drei alternative Jugendliche treffen in innenstadtnähe, auf der Bahnhofstraße in Bückeburg auf eine Gruppe von Neonazis, nach einem Wortgefecht greifen die Neonazis an. Einer der alternativen Jugendlichen geht zu Boden und die Neonazis prügeln und treten weiter auf ihn ein, sodass er drei Schneidezähne verliert und schwere Gesichtsverletzungen erleidet. Er muss im Krankenhaus behandelt werden. Es folgt eine Operation und ein stationärer Klinikaufenthalt.

Anfang Dezember
Junge Nazigegner_innen aus Bückeburg finden Morddrohungen in ihren Briefkästen: Trauerschleifen und Werbung für ein Bestattungsunternehmen, in denen das Wort „Hausbesuche“ handschriftlich hervorgehoben wurde.

August 2010

28.8.2010
Anhänger_innen der Neonazi-Szene in Schaumburg und Ostwestfalen-Lippe greifen einen Antifaschisten in Bückeburg auf offener Straße an und schlagen ihn zusammen. Der Mann erleidet schwere Verletzungen und muss im Krankenhaus behandelt werden.
Bei diesem Angriff sind sowohl die jüngeren Neonazis aus Bückeburg beteiligt, als auch bekannte Szenegrößen des Netzwerkes „Westfalen-Nord“.