Rückblick auf den 21. Januar 2012

Im Rahmen eines breiten Bündnisses demonstrierte die Kampagne „Copy & Paste“ am zurückliegenden Samstag, mit rund 650 Personen und trotz schlechten Wetters, gegen Nazistrukturen in Bückeburg und Umgebung.

Die Kampagne „Copy & Paste“, bestehend aus dem Antifa Infoportal Weser / Deister / Leine, der Vamos! Linksjugend Stadthagen, der LINKEN Bad Nenndorf / Rodenberg sowie der Linksjugend [’solid] Niedersachsen, hatte im Vorfeld der Demonstration zu einem offenen Vorbereitungskreis geladen. In diesem wirkten erfreulich viele Organisationen mit.

Unter dem Motto „Same Shit. Different Year – Kein Rückzugsraum für Nazis!“ setzten viele Demonstrant_innen aus einem bunten Spektrum zivilgesellschaftlicher Organisationen, Parteien und Gewerkschaften, ein deutliches Zeichen gegen die anhaltende rechte Gewalt in der Stadt.


Die Route führte planmäßig durch die Innenstadt.
Auf dem Marktplatz nutzten einige Demoteilnehmer_innen die Musik zwischen den Reden als Anlass zum Tanzen zwischen den bunten Transparente und dem Lautsprecherwagen.
Anschließend ging es mit einem kleinen Schlenker durch die Hermann-Löns-Straße über den Unterwallweg zurück zum Bahnhof, an dem die Versammlung nach einer Abschlusskundgebung beendet wurde.
Im Großen und Ganzen verlief die Demo störungsfrei. Während und nach der Demo wurden jedoch immer wieder Nazis in deren Umfeld gesichtet. Zwei Mitglieder der lokalen Szene erhielten Platzverweise am Markplatz, nachdem sie von der Polizei durchsucht und dabei ein Messer, zwei Hämmer sowie Pfefferspray gefunden wurde.

Kampagnensprecher Felix Imfeld: „Angesichts der großen Teilnehmer_innenzahl, sind wir erfreut, welche Früchte unsere Bündnisarbeit getragen hat. Sowohl Vertreter_innen der Linkspartei sowie den Grünen, des „Bündnisses für Familie“ und Bürgermeister Brombach äußerten sich während des Aufzuges gegen die unhaltbaren Zustände in Bückeburg.
Besonders begeistert hat uns die Unterstützung aus anderen Städten. Herzlich bedanken wollen wir uns daher insbesondere bei „Bad Nenndorf ist bunt“ und einer Gruppe Antifaschist_innen aus Bremen. Ebenso gilt unser Dank allen freiwilligen Spender_innen, mit deren Hilfe wir die noch nicht gestopften Finanzierungslöcher in der Demoorganisation füllen konnten. Ihr seid spitze!“

In etlichen Redebeiträgen, sowohl von lokalen und regionalen Antifagruppen, als auch von den bereits genannten Zusammenschlüssen, wurde deutlich, dass durch vorherige Aktionen der hiesigen Neonazis inzwischen zwar im Fokus der Öffentlichkeit stehen, sie ihre Gewalttaten bisher jedoch nicht gestoppt werden konnten.
Gleichzeitig zeigte die Demonstration den Willen, nicht länger weg zu schauen. Dies wurde in den verschiedenen Redebeiträgen deutlich.

So wurde in einigen Redebeiträge deutlich, welcher Unmut, besonders unter den Betroffenen der Gewalt, gegenüber dem zurückliegenden Verhalten der Polizei und auch der Offiziellen der Stadt Bückeburg herrscht. Sowohl die „Antifa Bückeburg“ als auch der neugegründete Zusammenschluss „Scenario Antifascista“ betonte, dass sie sich von der Polizei oftmals im Stich gelassen fühlten, da diese, akuter Notrufe zum Trotz, ihre Möglichkeiten zum Dingfestmachen rechter Täter_innen nicht genutzt habe.
Auch sei es ihnen unverständlich wie Nazigegner_innen, die Opfer rechter Gewalt geworden sind, zum Teil als mitverantwortlich für die an ihnen begangenen Verbrechen dargestellt werden könnten. Dies sei demoralisierend und angesichts des Erlebten zusätzlich traumatisierend.

Gleichzeitig unterstrichen sie ihre Freude über die inzwischen rege Beteiligung an Antinaziprotesten in Bückeburg und riefen zur Solidarität mit Opfern und Gegner_innen der Nazis auf.

Die Kampagne „Copy & Paste“ sieht in der Demonstrationen einen gelungen Start in das neue Jahr. Den Nazis wird entsprechend unserer Ankündigung kein Rückzugsraum in Bückeburg gelassen.
Für eine solidarische und offene Zusammenarbeit breiter gesellschaftlicher Schichten wurde am vergangenen Samstag der Grundstein gelegt.

Wir freuen uns auf ein erfolgreiches Jahr 2012!

Zu guter Letzt noch ein Hinweis:
Während der Demonstration wurde am Lautsprecherwagen ein Autoschlüssel der Marke „VW“ abgegeben. Trotz mehrfacher Durchsagen, hatte sich bis zum Ende der Versammlung kein_e Besitzer_in gemeldet.
Der oder die Besitzer_in kann uns unter der Mailadresse antifa-wdl@mail.org erreichen.

Ansonsten werden wir den Schlüssel in den nächsten Tagen beim Fundbüro abgeben.