Erneuter Anschlag durch Neonazis in Bückeburg

In der Nacht vom 16. auf den 17. Juli kam es in Bückeburg abermals zu einem Anschlag auf ein Wohnhaus. Im Vorfeld fand, im Rahmen der Kampagne „Copy and Paste – gegen Nazistrukturen in und um Bückeburg“, am Nachmittag des 16. Juli eine Kundgebung gegen rechte Gewalt in Bückeburg statt (s. u.).
Den Angriff auf das Wohnhaus interpretiert die Kampagne „Copy and Paste“ als direkte Reaktion der rechten Szene auf ihren Protest. Die Tatausführung trägt die Handschrift früherer Taten, die aus unserer Sicht eindeutig dem Umfeld der „Autonomen Nationalisten Bückeburg“ zuzurechnen sind. Diesem jüngsten Angriff ging bereits eine Reihe ähnlicher Taten in Bückeburg und Umgebung voraus. Wie zuvor wurden dabei Außenfenster das Ziel nächtlicher Angreifer_innen. Zwei faustgroße Steine zerstörten dabei wiederum das Glas zweier Fensterscheiben. Hinter einem der beiden liegt das Zimmer eines dreijährigen Kleinkindes. Dieses befand sich zum Glück zur Tatzeit nicht im Raum.Wir als Kampagne verurteilen diesen erneuten Gewaltakt der Neo-Nazis auf schärfste. Die Polizei wurde auf Grund des Vorfalls hinzugezogen, äußerte sich bisher aber noch nicht öffentlich zum Sachverhalt.
Aus Gründen des Opferschutzes wurden wir gebeten vorerst auf die explizite Nennung des betroffenen Haushaltes zu verzichten. Dies ist für uns verständlich. Denn sollte der beschriebene Gewaltausbruch tatsächlich die Antwort auf eine friedliche Kundgebung sein, steht zu befürchten, dass die angerollte Welle rechter Gewalt in absehbarer Zeit nicht ohne Weiteres verebben wird.

Felix Imfeld, Sprecher der Kampagne „Copy and Paste“: „An diesem zweiten Anschlag innerhalb einer Woche verdeutlicht sich die Strategie der hiesigen Naziszene: Das Schaffen von Angsträumen in der Öffentlichkeit geht einher mit direkten Einschüchterungsversuchen in der unmittelbaren Privatsphäre.“

Kampagne „Copy and Paste – Gegen Nazistrukturen in und um Bückeburg“, 18.07.2011

Pressemitteilung der Kampagne „Copy and Paste – Gegen Nazistrukturen in und um Bückeburg“ zur Kundgebung am 16.07.2011

Wie angekündigt konnten wir unsere heutige Kundgebung auf dem Bückeburger Martkplatz unter dem Motto „Same shit – different month“ friedlich und ohne größere Zwischenfälle durchführen. Zu dieser hatten wir aufgerufen, da es zu Beginn der Woche zu erneuten Übergriffen Bückeburger Neonazis gekommen war. Insbesondere ein Anschlag auf eine Wohnung, bei dem mit einer Stahlkugel eine Fensterscheibe zerschossen wurde zeugt von der ungeminderten
Einschussloch in der Scheibe des jüngsten Anschlags
Gewaltbereitschaft der rechten Szene. In der gut besuchten Innenstadt Bückeburgs erreichte die Veranstaltung, auch auf Grund des an diesem Wochenende stattfindenden Mittelalterspektakels, eine erfreulich große Außenwirkung. Angesichts der nur zweitägigen Mobilisierung sind wir mit der Größe der Versammlung jedoch zufrieden. Insgesamt zählten wir etwas weniger als 100 Teilnehmer_innen. Zudem zeigten sich etliche Passant_innen interessiert und konnten sich am Rande der Kundgebung anhand von Flugblättern, Transparenten und Redebeiträgen über unser Anliegen informieren.
Kundgebung auf dem Marktplatz
Eine Bückeburgerin äußerte sich besorgt über die wachsende rechte Szene in der Stadt. Sie erklärte ihr Sohn sei vor einigen Tagen selbst von Neonazis bedroht worden und verlasse nun insbesondere in den Abendstunden nur noch ungern das Haus. Daher sei es notwendig die Öffentlichkeit über solche Vorgänge zu informieren. Entgegen der Darstellungen der Polizei ist in diesem Zusammenhang zu konstatieren, dass in Bückeburg sehr wohl Angsträume existieren, in denen Jugendliche bedroht, gejagt und angegriffen werden. Eine Chronik solcher Ereignisse ist auf der Homepage des Bündnisses unter copyanpaste.blogsport.de einzusehen.
In den verschiedenen Redebeiträgen informierten das Bündnis „Copy and Paste“ sowie diverse antifaschistische Gruppen des „Antifainfoportals Weser-Deister-Leine“ über rechte Aktivitäten in Bückeburg. Sowohl die erneuten rechtsmotivierten Übergriffe, als auch die Verstrickungen der „Autonomen Nationalisten Bückeburg“ in das Netzwerk der regionalen Naziszene wurden thematisiert. Erfreulich war für uns die Beteiligung der „Schülerinitiative gegen Rechts“, einem Zusammenschluss von Schüler_innen aus Bückeburg und Umgebung, die in einem Beitrag die Situation, besonders an der Herder Realschule, aus ihrer Sicht schilderten.
Zu einem kleineren Zwischenfall kam es im Verlauf der Veranstaltung. Die Polizei verwies einen Schaulustigen am Rande der Kundgebung des Platzes, da dieser eine Gürtelschnalle in Form eines Schlagringes trug.
Pressesprecher Felix Imfeld zieht eine positive Bilanz: „Trotz der geringen Zeit, die uns zum Bewerben der spontan geplanten Kundgebung zur Verfügung stand, konnten wir die angepeilte Teilnehmer_innenzahl von 100 Personen nahezu erreichen. Sehr gefreut hat uns der positive Zuspruch einiger Bückeburger Bürger_innen. “
Da das Naziproblem in Bückeburg noch lange nicht gelöst ist, wird die Kampagne „Copy and Paste“ auch in Zukunft weiter tätig sein und sich aktiv gegen Neonazismus zur Wehr setzen.

Same Shit – Different Month


    Kundgebung gegen anhaltende Nazigewalt am Samstag, den 16. Juli 2011 um 14 Uhr auf dem Marktplatz in Bückeburg.

Nichts hat sich geändert – Scheiss Nazis!

Fast ein halbes Jahr ist es nun her, dass Neonazis in Bückeburg durch eine Serie der Gewalt für Schlagzeilen sorgten. Die Situation hat sich inzwischen jedoch nur scheinbar beruhigt. In den letzten Wochen fanden wiederholt Anschläge seitens der „Autonomen Nationalisten Bückeburg“ auf Wohnhäuser statt – das Naziproblem ist keineswegs verschwunden.

Wir Antifaschist_innen demonstrieren heute nocheinmal hier um erneut auf die Umtriebe hiesiger Neonazis aufmerksam zu machen. In koordinierten Angriffen zerschossen Mitglieder der hiesigen rechten Szene mit Zwillengeschossen die Fensterscheiben mehrerer Wohnungen in Bückeburg und Umgebung. Im Fadenkreuz stehen dabei nach wie vor migrantische und antifaschistische Jugendliche.
Graffitisprühereien der „Autonomen Nationalisten Bückeburg“ und nationalsozialistische Parolen finden sich mittlerweile auch in Obernkirchen und Stadthagen sowie in etlichen Dörfern.
Im Internet werben sie für rechte Aufmärsche im gesamten norddeutschen Raum, sie hetzen gegen Migrant_innen, Demokrat_innen, Jüdinnen und Juden. Mit selbstgedrehten Videos versuchen sie, andere Jugendliche zu rekrutieren.
Aber auch über die Grenzen des Landkreises hinweg sind die Bückeburger Neonazis aktiv. In Wunstorf und Hannover waren sie maßgeblich an der Organisation neonazistischer Demonstrationen und Aktionen beteiligt.
Im 1. Mai demonstrierten sie mit 900 weiteren Neonazis in Halle „gegen Ausländer“.
Dabei kam es zu massiven Angriffen auf Journalist_innen und Gegendemonstrant_innen.

In nichtmal einem Monat, am 6. August 2011, wollen Nazis in Bad Nenndorf ihren alljährlichen „Trauermarsch“ durchführen. Wie in den vorherigen Jahren werden Rechte aus ganz Deutschland sowie dem benachbarten Ausland erwartet. Auch die „Autonomen Nationalisten Bückeburg“ haben in Bückeburg massiv für den Naziaufmarsch in der Kurstadt geworben. Zusammen mit ihren Gesinnungsgenoss_innen planen sie am kommenden Wochenende den ehemaligen Insass_innen des Militärgefängnisses „Wincklerbad“ ein Heldengedenken zu inszenieren. Damit ehren sie bewusst NS-Verbrecher wie den Waffen-SS General Oswald Pohl, welcher Himmler unterstellt für die Koordination der „Judenverfolgung“ zuständig war.
Positive Bezüge auf die nationalsozialistische Gewaltherrschaft sind in der rechten Szene eine Selbstverständlichkeit. Auch die Bückeburger Neonazis fordern einen „Nationalen Sozialismus“ und verfolgen damit dieselben Ziele wie ihre historischen Vorbilder.
Gewalt ist daher sowohl Mittel als auch Zweck neonazistischer Bestrebungen. Neonazis gilt es sich daher in den Weg zu stellen, wo immer sie auftauchen. Wir lassen weder zu, dass sie ihre verdrehte Weltanschauung in Bückeburg unwidersprochen verbreiten noch Überfälle auf ihre Feindbilder durchführen können.

Kein Fußbreit den Faschist_innen! Für einen offensiven Antifaschismus!

Kampagne Copy & Paste – Gegen Nazistrukturen in und um Bückeburg; Juli 2011

Keine Ruhe in Schaumburg – Nazikonzert in Stadthagen

Am Samstag den 30. April fand in Stadthagen ein Konzert mit der rechtsradikalen Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ (KC) statt. Als Veranstaltungsort diente das „Clubhaus“ des „Red Devils Motorrad Clubs“ in der Körsestraße 2. Rund 150 Personen besuchten die Veranstaltung, gegen 43 von ihnen sprach die Polizei Platzverweise aus.
Kategorie C gilt als eine der Rechtsrockgrößen, denen es gelingt die Hooligan-, Rocker- und Neonaziszene gleichermaßen anzusprechen. Gerade in einer Region wie Schaumburg, in der sich die rechte Szene zur Zeit im Aufwind befindet, halten wir von der Kampagne „copy and paste“ eine Vermischung dieser Szenen für außerordentlich gefährlich. Obwohl die neonazistische Einstellung der Band hinreichend belegt ist, sprach die Polizei in ihrer Pressemitteilung lediglich vom „Konzert einer Hooligan-Band“. Die Mitglieder der Band selbst legen großen Wert auf ihre unpolitische Inszenierung. Dass es sich bei ihnen jedoch nicht um unpolitische Fußballfans sondern um Nazis handelt, muss daher um so mehr betont werden.

Nicht unpolitisch sondern Nazis!
Der Name Kategorie C stammt aus der Hooliganszene – die Polizei bezeichnet hiermit Personen die im Verlauf von Fußballspielen gezielt gewalttätige Auseinandersetzungen suchen. Die Band selbst entstammt diesem gewalttätigen Spektrum, besitzt darüber hinaus auch gute Verbindungen zur rechten Szene. Besonders der Kopf der Gruppe, Hannes Ostendorf, Bruder des Bremer NPD-Kaders Henrik Ostendorf, kann auf eine langjährige Karriere als Neonazis zurückblicken. Bereits in den 80er Jahren spielte er in einer Rechtsrock-Band mit dem Namen „Nahkampf“. Die Gruppe war Teil des offen nationalsozialistischen Musiker-Netzwerkes „Blood and Honour“, das in Deutschland im Jahre 2000 verboten wurde. Am dritten Oktober 1991 war Ostendorf zudem an einem Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim in Bremen beteiligt
1998 gründete Ostendorf die Band „Kategorie C“, die als „Spaßprojekt“ für die damalige Fußballweltmeisterschaft gedacht war. Ein positiver Bezug auf den Nationalsozialismus und rassistische Äußerrungen gehörten von Anfang an zum musikalischen Reportoire der Bremer Band.Auf ihrer im Gründungsjahr veröffentlichten CD „Fußballfest ’98″ finden sich die Textzeilen:
“Hoch auf dem gelben Wagen, sitz ich beim Führer vorn, Vorwärts die Oi traben, lustig schmettert das MG“
Auf einem 2006 veröffentlichten Sampler singt Ostendorf offen rassistisch:
“Deutschland Dein Trikot, das ist schwarz und weiß doch leider auch die Farbe deiner Spieler“
Ihre menschenverachtende Einstellung versucht die Band allerdings in den meisten Fällen durch die Uneindeutigkeit ihrer Textwahl derart zu verschleiern, dass sie für Anhänger_innen der rechten Szene zwar deutlich zu erkennen ist, für Außenstehenden allerdings auf den ersten Blick unpolitisch wirkt. Die Nähe zum Nationalsozialismus wird jedoch um so deutlicher, je genauer man das musikalische Umfeld der Band betrachtet.
So war die Band 1999 neben Rechtsrocklegenden wie Landser, Stahlgewitter und Kraftschlag Teil eines Samplers mit dem Namen „Die Deutschen kommen II“. Veröffentlicht werden die Alben der Band generell bei einschlägigen Labels, wie Rock-O-Rama, das seit den 80er Jahren Heimat einiger der erfolgreichsten Rechtsrockbands ist und unter anderem auch die ersten Alben der „Böhsen Onkelz“ herausbrachte oder bei PC Records, das ebenfalls für seine Spezialisierung auf neonazistische Musik bekannt ist. Den CD’s der Band liegt regelmäßig Werbung für rechte Szenebekleidung wie „Thor Steinar“ oder „Erik And Sons“ bei.
Vor allem auch bei Liveauftritten scheuen sie die Nähe zu Neonazis nicht. Im Jahre 2001 spielten sie ein Konzert mit der Ungarischen Blood-and-Honour-Gruppe „Archivum“. Der tschechischen Musikgruppe „JUDENMORD“, mit denen der gemeinsame Auftritt geplant war, wurde die Einreise nach Deutschland untersagt. Danach folgte ein öffentlicher Auftritt von KC auf einer NPD-Veranstaltung im Jahre 2006, bei die Gruppe, die fortan unter dem Namen „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ auftrat, die Freilassung des inhaftierten Neonazis Michael Regener, Sänger der „Rechtsrocklegende“ Landser, gefordert wurde. Daher ist es für die Band inzwischen schwieriger geworden Auftrittsmöglichkeiten zu bekommen.
Es gab also gute Gründe für die Gruppe den Veranstaltungsort der Releaseparty für ihr neues Album „Deutsche Jungs“ geheimzuhalten. Die konspirative Organisationen, die typisch ist für Konzerte der rechten Szene, flog erst am Abend der Veranstaltung selbst auf. Zu auffällig war der große Andrang vor dem Clubhaus des „Red Devils MC“ am Rande Stadthagens.

Konzert in Stadthagen
Neonazis waren schon des öfteren zu Gast im Clubhaus der „Red Devils“. In der Vergangenheit haben die Rocker so genannte „Böhse Onkelz Parties“ veranstaltet. Unter den Besucher_innen befanden sich immer auch mit einschlägigen Tattoos verzierte und mit Szenemarken wir „Thor Steinar“ gekleidete Personen, denen zum Teil eine langjährige Zugehörigkeiten zur rechten Szene nachzuweisen ist.
Die rechte Szene in der Region besitzt gute Kontakte zu KC. Einer der Kader der Region, Marcus Winter, hat bereits mehrere Konzerte mit der Band organisiert. Seitdem Winter im Frühjahr 2010 nach längerer Haftstrafe entlassen wurde, ist er immer wieder durch die Organisation von Rechtsrockkonzerten aufgefallen. Neben einer größeren Veranstaltung mit Festivalcharakter auf Hof Nahtz in Eschede, auf der gleich mehrere Rechtsrockbands spielten, war er Organisator zweier Konzerte mit Kategorie C. Eins im ostwestfälischen Scharmede und eins in Vallstedt im Landkreis Peine. In die Infrastruktur des Konzertes in Vallstedt waren neben anderen Helfer_innen auch Anhänger_innen der Bückeburger Naziszene eingebunden. Sie nutzten ihre Autos für einen Shuttleservice, um mit der Bahn anreisenden Nazis und Hooligans zum Konzert zu fahren. Rechte Musik ist nicht nur allein als Finanzquelle wichtig für die Szene, sondern ein fester Teil der rechten Erlebniswelt. Sie schafft Identität und Zusammengehörigkeitsgefühl und bietet gerade für Jugendliche ein Einstieg in die Szene.
Die Band Kategorie C besitzt eine besondere Integrationskrauft: Ihre Musik verbindet eine Schnittmenge unterschiedlicher Szenen miteinander. Nazis, Hooligans und Rocker fühlen sich durch sie gleichermaßen angesprochen. Die Verknüpfung zwischen diesen drei überaus gewaltbereiten Szenen halten wir für besonders besorgniserregend. Im Landkreis Schaumburg, in dem eine erfahrene rechte Szene über Jahre existiert, sind derlei Entwicklungen bedrohlich. Gerade im Hinblick auf die neueren Vorkommnisse in Bückeburg, ist davon auszugehen, dass die neonazistische Szene durch solche Konzerte, genau wie auf anderem Wege, versucht im Landkreis weiter Fuß zu fassen und ihre Strukturen zu stärken.
Deswegen sollte das von Konzert mit KC in Stadthagen, als erstes Rechtsrockkonzert seit Jahren in Schaumburg, nicht als bloßer Zufall gewertet, sondern als deutliches Zeichen für ein Erstarken von Neonazis in Schaumburg gewertet werden.

Stellungnahme der „Copy and Paste“– Kampagne; Mai2011
Weitere Infos und Presseberichte unter Presse

Die Demo als Auftakt der Kampagne

Pressemitteilung zur Demo am 9. April 2011

Zwischenkundgebung auf dem Markplatz

Am heutigen Tag fand in Bückeburg eine antifaschistische Demonstration statt. Diese Demo haben wir mit einem Bündnis angemeldet, um auf die Zustände in der Stadt aufmerksam zu machen. Mit 400 Teilnehmer_innen haben wir heute diese Demonstration lautstark und entschlossen dürchgeführt.
An dem Zug durch die Innenstadt nahm ein breites Bündnis aus antifaschistischen Gruppen, politischen Parteien, Gewerkschaften und deren Jugendorganisationen teil.
In Redebeiträgen wurde die mangelnde Solidarität mit den Opfern der Naziangriffe aus den letzten Monaten kritisiert und weiter wurde bemängelt, dass linke Jugendliche auf Grund ihres Engagements zu Mitschuldigen gemacht werden. Der Berichterstattung der Vergangenheit war lange Zeit zu entnehmen, dass die Aufklärungsarbeit von antifaschistischen Gruppen erst den Ausbruch der rechten Gewalt provoziert habe. Mit dieser Deutungsweise wird eine sich seit einigen Jahren zunehmend organisierende, lokale Naziszene verleugnet.
Die Aktivitäten der Bückeburger Neonazis reichen von Betreiben einer Internetseite, Verkleben von Porpagandamaterial bis hin zu körperlichen Angriffen sowie Morddrohung gegen Andersdenkende und politische Gegner_innen. Dies ist auch im Detail der „Chronik der Gewalt“ zu entnehmen.
Mit 400 Demonstrierenden lag die Teilnehmerzahl weit über unseren Erwartungen. Vor allem bei der Zwischenkundgebung auf dem Marktplatz zeigten sich viele Bürger_innen interessiert und einige Zuschauer_innen schlossen sich nach der Kundgebung dem Demonstrationszug an. Trotz Provokationen von Bückeburger Neonazis am Rand der Demonstration lief diese störungsfrei ab.
Diese Demonstration war ein deutliches Zeichen gegen die Nazistruktur in Bückeburg und im Landkreis Schaumburg und der Auftakt für ein konsequentes Vorgehen gegen das Erstarken von faschistischen Strukturen. Wir werden es auch weiterhin nicht einfach so hinnehmen, dass in Bückeburg Neonazis Gewalttaten ohne Konsequenzen verüben und ihr menschenverachtendes Gedankengut ungehindert verbreiten können.
Solange es in Bückeburg Rückzugsorte gibt, wie aktuell mitten in der Innenstadt, wo Neonazis sich tagtäglich ungestört treffen und auf den Straßen frei agieren können, wird die Kampagne diese öffentlich machen und intervenieren.
Einen ausführlichen Bericht über die Demo findet ihr hier!

Demozug

Same Shit – Different Town

Der Name der Kampagne „CopyAndPaste“ beruht auf der Tatsache, dass es zur Zeit scheinbar einen „Trend“ in der Naziszene gibt.
Wohin man schaut, fast überall entwickeln sich kleine Nazigruppen, die sich untereinander in ihrer Gewaltbereitschaft sehr stark ähneln und die sehr häufig das Auftreten und die Aktionsformen linker Gruppen kopieren.
Schaut man nach Tostedt oder nach Bückeburg, so erkennt man, dass in beiden Kleinstädten durch die Nazis der Versuch gestartet wird, eine sog. „National befreite Zone“ zu errichten.
Andersdenkende werden systematisch verfolgt, angegriffen, gejagt und zum Teil schwer verletzt.

Überall bilden sich „Bürgerbündnisse“, die sich auf die Fahnen schreiben, „gegen jeglichen Extremismus“ vorgehen zu wollen, womit die rechten Straftaten heruntergespielt werden sollen und linkes Engagement kriminalisiert wird. Die Opfer der Naziübergriffe erfahren kaum bis gar keine Solidarität von der örtlichen Politik und sowohl Polizei als auch Presse schweigen das Poblem tot.
In keinem dieser Brennpunkte gibt es laut allgemeinpolitischer Öffentlichkeitsmeinung eine organisierte rechte Szene. Es wird von „rivalisierenden Jugendbanden“ und „ideologisch nicht gefestigten Jugendlichen“ gesprochen, die sich einen „territorialen Machtkampf“ liefern.

Die Hauptakteure dieser Meinungsmache sind weitestgehend austauschbar, das Vorgehen der Nazis ist similar und ihre Gewaltbereitschaft erschreckend.

Ob Tostedt, Bückeburg oder andere Städte: Egal wie und in welcher Form Nazis öffentlich werden – Wir werden uns dem entgegenstellen und mit allen Mitteln dagegen ankämpfen, dass GenossInnen und Menschen, die nicht in das Weltbild von Nazis passen, angegriffen werden oder sog. „No-Go-Areas“ für solche Menschen entstehen.

CopyAndPaste – Same Shit – Different Town – It’s time to resist!